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Archiv der Nachrichten von Bielefeld

Mutter gesteht Aussetzung ihres Säuglings

Vor dem Bielefelder Landgericht hat heute der Prozess gegen eine 39jährige Frau begonnen, die im vergangenen Juni ihr Kind kurz nach der Geburt in Gütersloh ausgesetzt hatte. Nur durch einen glücklichen Zufall hatte der stark unterkühlte kleine Junge überlebt, weil er von Passanten gefunden worden war. Er lebt jetzt in einer Pflegefamilie. Zum Auftakt des Prozesses hat die Rumänin über eine Dolmetscherin die Tat gestanden. Unter Tränen berichtete die ehemalige Leiharbeiterin eines Fleischkonzerns, wie sie das Kind allein in einem leerstehenden Rohbau zur Welt gebracht und kurz darauf in der Nähe eines Parkplatzes am Gütersloher Mediamarkt abgelegt habe. Sie habe gehofft, dass jemand den Jungen dort finden würde.  Sie leugnete, vor der Geburt sicher von ihrer Schwangerschaft gewusst zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der 39jährigen Frau versuchten Totschlags im Zustand verminderter Schuldfähigkeit vor. Nach Angaben ihres Rechtsanwalts leidet die Angeklagte an einer dissoziativen Störung. Der Haftbefehl gegen die Frau war gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden.