Der Radio Bielefeld Gesundheitstipp

Von Asthma bis Zeckenbiss, von Athritis bis Zahnschmerzen: Bei uns erfahren Sie Wissenswertes von A-Z über Ihre Gesundheit. Es geht um Symptome, Beschwerden und die Behandlung verschiedener Erkrankungen. Fachärzte vom Evangelischen Krankenhaus Bielefeld erklären Ihnen, worauf es ankommt. 


Immer am Dienstag Nachmittag bei uns im Programm - oder im Anschluss hier zum Nachhören.

 

Der 7. Gesundheitstipp

Unser Blut, das ist mit das Wichtigste in unserem Körper. Ohne es könnte unser Körper nicht mit wichtigen Vitaminen oder mit Sauerstoff versorgt werden. Immer wieder gibt es aber Menschen, die haben nicht genug von ihrem eigenen Blut, weil Sie einen Unfall hatten oder eine schwere Erkrankung. In Deutschland werden jeden Tag um die 15.000 Blutspenden benötigt. Wie Sie deshalb spenden können, wenn Sie möchten, und was Sie dabei beachten müssen – das hören und lesen Sie hier:

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unser Beitrag vom 22. Mai 2012

Zum Nachlesen:

Blut spenden ist gut. Nicht nur für diejenigen, die es dringend benötigen, sondern auch für den Spender selbst. Blutspenden hat nämlich einen tollen Nebeneffekt, sagt Christiane Susemihl, Leiterin des Blutspendedienstes Bethel am Ev. Krankenhaus Bielefeld: „Also für den Spender ist es auf jeden Fall sehr günstig, dass er labormäßig untersucht wird bei der Blutspende und er wird ärztlich untersucht, so dass es letztendlich so etwas wie ein Gesundheitsnachweis ist.“

Wer kann, wer darf, wer sollte nicht?!

Spenden kann grundsätzlich jeder, der mindestens 18 Jahre und schwerer als 50 Kilo ist. Allerdings dürfen die Patienten keine Krebserkrankung gehabt haben. Und, Infektionen müssen ausgeschlossen werden. Das passiert beim allerersten Besuch beim Blutspendedienst, sagt die Fachärztin: „Wir nehmen dann im Rahmen der Blutspende Laborröhrchen ab, untersuchen die Blutgruppe, machen ein großes Blutbild mit Differenzialblutbild, und untersuchen auf ansteckende Krankheiten, wie HIV, Syphilis und verschiedene Gelbsuchtarten.“ Gibt es grünes Licht, dann können Spender vier bis sechs Mal im Jahr um die 500 ml Blut geben. Dafür sollte man sich allerdings ein bisschen Zeit nehmen, empfiehlt die Fachärztin: „Ich würde sagen, es ist sinnvoll sich eine Stunde zu reservieren. Wenn man in   Eile ist, dann ist die Gefahr von Kreislaufreaktionen eher größer. Wenn man schneller wieder raus ist, auch nicht schlimm.“

Wer bekommt das Blut?

Ungefähr 2500 Spender haben Christiane Susemihl und ihre Kollegen aktuell in ihrer Kartei. Aber es dürften gern noch mehr sein, denn Blutkonserven werden nicht nur für Unfallpatienten gebraucht, sondern auch für Frühchen, Krebspatienten oder Menschen mit Blutkrankheiten. „Wir sind nicht nur interessiert, ganz junge Spender zu bekommen,“ sagt Christiane Susemihl, „sondern es sollen sich durchaus auch ältere Menschen angesprochen fühlen, die gesund geblieben sind. Auch wenn man über 50 ist, ist das kein Grund, nicht das Blutspenden noch anzufangen.“

Der Blutspendedienst Bethel

Der Blutspendedienst Bethel hat montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 08:00 bis 12:00 Uhr geöffnet, dienstags jeweils von 14:00 bis 18:00 Uhr. Für Fragen, Anregungen und Anmeldungen finden Sie hier die Homepage des Blutspendedienstes.

Der 6. Gesundheitstipp

Wissen Sie was ihr größtes Organ am Körper ist? Es ist beim Menschen tatsächlich die Haut. Hört sich komisch an, Organe verbinden wir ja immer mit „innen drin“, aber es ist wirklich die Haut. Und wenn mit der was nicht in Ordnung ist, geht es uns ja auch nicht grad gut. Überlegen Sie mal: mit Sonnenbrand kann man sich sogar richtig krank fühlen. Es gibt aber auch Menschen, die haben dauerhaft Probleme mit ihrer Haut und mit denen wollen wir uns heute beschäftigen – es geht um Neurodermitis:

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unser Beitrag vom 15. Mai 2012

Zum Nachlesen:

Es schuppt, es juckt und tut weh – Neurodermitis ist eine sehr belastende entzündliche Erkrankung der Haut. Sie tritt vor allem bei Kindern auf, so Katharina Hagemeister. Sie ist Kinderkrankenschwester in der Kindertagesklinik für Allergie im evangelischen Krankenhaus Bielefeld. Sie sagte uns: „Es ist so, dass insbesondere im Säuglings- und im Kleinkindalter die Neurodermitis mit die häufigste chronische Krankheit ist.“ Es sei zum Glück so, dass es sich bei sehr vielen Kindern im Laufe der Jahre zurückentwickelt, zum Teil auch ganz verschwindet. Dies passiere meist mit Eintritt des Schulalters, aber es gebe natürlich auch Kinder, die die Neurodermitis einfach über einen sehr langen Zeitraum behalten.

Cremen, cremen, cremen

Die Ursachen für die Hautkrankheit sind meist nicht klar, manchmal kann es eine Allergie sein, aber eben lange nicht immer. Wichtig bei der Behandlung ist, dass die Haut mehrmals täglich eingecremt  wird. Laut Hagemeister können dafür ganz unterschiedliche Produkte verwendet werden, es gebe auch Kinder, die gut mit Discounter-Produkten zurecht kämen. Hagemeister: „Aber da muss eben gemeinsam mit dem Kinderarzt geguckt werden und überlegt werden, was verträgt das Kind. Am besten erst an einer kleinen Stelle an der Haut ausprobieren und dann sehr individuell gucken.“
Besonders wichtig wird das cremen jetzt im Frühjahr und Sommer, denn Sonnenbrand muss unbedingt vermieden werden. Mittagssonne meiden und Sonnenkleidung sind ihr die Stichworte. Außerdem empfiehlt Hagemeister physikalische Mittel zum cremen: „Bei den physikalischen Sonnenschutzmitteln ist es so, dass sie ultrafeine Mikropigmente enthalten, die das Sonnenlicht reflektieren. Das heißt es werden keine Bestandteile dieser Creme über die Haut aufgenommen.“ So müssten dann nicht noch mehr Irritationen befürchtet werden.

Aufklärungsprojekt und Infoabend

Irritationen gibt es aber häufig im Umfeld der Kinder mit Neurodermitis. Mit dem Projekt „Was juckt mich das“ geht Katharina Hagemeister deswegen in Bielefelder Schulen um aufzuklären, dass Neurodermitis nichts Schlimmes ist. Einen Infoabend gibt es sogar schon heute (15.05.2012). Dort können alle Eltern die Interesse haben, die betroffen sind oder etwas zudem Thema wissen möchten, hinkommen. Sie werden über verschiedenste Dinge aufgeklärt, können Fragen stellen und bekommen auch ein bisschen widergespiegelt was der Inhalt des Projektes ist. Um 20 Uhr startet der Infoabend zur Neurodermitis in der Kinderklinik in Bethel.

Der 5. Gesundheitstipp

Alle drei Minuten ereignet sich in Deutschland ein Schlaganfall. Alle neun Minuten stirbt ein Mensch daran. Der Schlaganfall gilt bei uns als eine der gefährlichsten Hirnerkrankungen und, je später er erkannt wird, desto schlimmer die Folgen. Deshalb klären wir in unserem Gesundheitstipp hier, was Sie tun können, wenn ein Schlaganfall auftritt:

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unser Beitrag vom 8. Mai 2012

Zum Nachlesen:

Der Schlaganfall gilt als die gefährlichste Erkrankung des Gehirns, erklärt der Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Prof Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz: „Ein Schlaganfall ist deswegen gefährlich, weil es innerhalb von Minuten zu einer Durchblutungsstörung des Gehirns kommt, in dem dann Nervenzellen absterben und es zu einem Schlaganfall kommt, also zu einem Gehirninfarkt mit entsprechenden Symptomen: Zum Beispiel Lähmung, Gefühlsstörung, Schwindel, Sprachstörung und auch Sehstörung, das sind so die Hauptsymptome.“

Der F.A.S.T.-Test

Zeit spielt also eine enorm wichtige Rolle: Denn je später der Schlaganfall erkannt wird, desto schlimmer die Folgen. Für Schlaganfall-Patienten und Angehörige gibt es deshalb den sogenannten F.A.S.T.-Test (Face-Arms-Speech-Time). Mit ihm lassen sich in 85 Prozent der Fälle typische Schlaganfall-Symptome erkennen. Wichtig ist, dass man zuerst schaut, ob Lähmungen im Gesicht oder an den Armen des Patienten vorliegen: „Und man lässt ihn einfach irgendeinen Satz nachsprechen, irgendwas wie ,Heute scheint die Sonne’ und wenn dieser Satz verwaschen klingt oder der Patient das gar nicht sagen kann, dann liegt eine Sprachstörung vor. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ein Schlaganfall vorliegt.“

In allen Fällen - 112

In allen Fällen sollte der nächste Schritt, der zum Telefon sein, weiß der Neurologe. Gewählt wird die Nummer des Notrufs – die 112. „Es ist im Grunde genommen die schnellste und beste Lösung, um in die Klinik zu kommen,“ sagt Wolf-Rüdiger Schäbitz, „und in Bielefeld ist die Versorgung auch so gut organisiert, dass Sie dort adäquat versorgt werden.“

Die Behandlung

Allgemein gilt: Patienten sollten so schnell wie nur möglich im Krankenhaus sein. Denn die Behandlung mittels der sogenannten Lyse-Therapie kann nur bis zu viereinhalb Stunden nach Einsetzen des Schlaganfalls eingeleitet werden, erklärt der Chefarzt: „Dabei wird ein Medikament verabreicht, welches zu einer starken Blutverdünnung führt und ein Blutgerinnsel eben wieder auflösen kann. Das kann man bis zu vier ein halb Stunden nach Symptombeginn machen.“ Neben der schnellen Behandlung im Krankenhaus ist natürlich auch die Zeit danach entscheidend: Um einen weiteren Schlaganfall zu vermeiden, sollten Patienten ihren Lebensstil überprüfen. Viel Bewegung, eine gesunde, fettarme Ernährung und möglichst wenig Alkohol senken das Schlaganfall-Risiko. Und im Notfall gilt: Lieber einmal zu früh den Notruf gerufen, als einmal zu wenig.

Der 4. Gesundheitstipp

Am Sonntag ist es wieder soweit, die Teilnehmer des Hermannslaufs sind alle schon ganz heiß sein auf den Marathon. Und obwohl die meisten vorher ordentlich trainiert haben, dürfte der Muskelkater jetzt schon vorprogrammiert sein. Was alle Hermannsläufer beachten können, aber auch alle anderen, die es gerne mal im Fitnessstudio übertreiben, darüber haben wir mit einem Experten gesprochen:

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unser Beitrag vom 24. April 2012

Zum Nachlesen:

Muskelkater – was ist das eigentlich? Das sind tatsächlich kleine Mikrorisse in den Muskeln, die beim Training entstehen, wenn zum Beispiel zuviel Gewicht auf der Stange war. Die Flüssigkeit, die dann aus den Rissen austritt, tut an den Nervenenden weh. Aber das muss nicht sein, sagt Dr. Mark Schildknecht, er ist leitender Oberarzt in der Klinik für Unfallchirurgie am evangelischen Krankenhaus Bielefeld: „Das ist nicht automatisch immer so, sondern der Tipp ist eigentlich das erst gar nicht so richtig entstehen zu lassen.“ Schildknecht sagt, man solle das Training langsam angehen und die Intensität nur schrittweise erhöhen, dann könne man das mit dem Muskelkater vielleicht nicht ganz verhindern, aber zumindest versuchen ihn nicht im großen Ausmaße entstehen zu lassen.       

Nicht weitertrainieren

Wer also nicht gerade für’s Body Building trainiert, kann den Sport auch ohne Schmerzen genießen. Wenn das Kind aber mal in den Brunnen gefallen ist, dann helfen heiße Bäder oder ein Sauna-Besuch. Dr. Schildknecht weiß aber auch, was Sie nicht tun sollten: „Man sollte nicht unbedingt in den Schmerz erneut hineintrainieren. Es ist sicherlich so, das ein leichtes lockeres Laufen, zum Beispiel nach Muskelkater beim Joggen, sinnvoll ist.“ Man sollte aber auf keinen Fall am nächsten Tag mit der gleichen Trainingsintensität weiter machen. Das macht es sogar eher noch schlimmer und die Verletzungsgefahr ist hoch.

Viel Wasser trinken

Deswegen gibt es auch Tipps vom Experten, was man während des Trainings beachten kann: „Das beginnt eigentlich schon vor der Belastung, indem man schon mal einen viertel Liter Wasser zu sich nimmt und auch während des Trainings alle 20 Minuten nochmal 100 ml trinkt, um die Defizite die entstehen, bezüglich Flüssigkeit, Schwitzen, Mineralstoffverlust, gleich auszugleichen.“
Ein letzter Tipp geht an die Bielefelder Senioren. Die sollten nämlich durchaus auch mal zur Hantel greifen, sagt Dr. Schildknecht. Das habe positive Effekte auf den Stoffwechsel, außerdem kämen ältere Menschen so besser an  oberen Schrankreihen heran. Schildknecht: „Zusätzlich wirkt es auch noch auf die osteoporotischen Knochen positiv, so dass Krafttraining letztendlich den Knochen vor weiterem Abbau schützt.“

 

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