Der Radio Bielefeld Gesundheitstipp
Von Asthma bis Zeckenbiss, von Athritis bis Zahnschmerzen: Bei uns erfahren Sie Wissenswertes von A-Z über Ihre Gesundheit. Es geht um Symptome, Beschwerden und die Behandlung verschiedener Erkrankungen. Fachärzte vom Evangelischen Krankenhaus Bielefeld erklären Ihnen, worauf es ankommt.
Immer am Dienstag Nachmittag bei uns im Programm - oder im Anschluss hier zum Nachhören.
Der 11. Gesundheitstipp 2013
Wie oft sagen wir, dass uns etwas auf die Nerven geht. Meistens sagen wir das aber, weil wir gestresst sind. Dabei gibt es eine Krankheit, die wirklich auf die Nerven geht und zwar auf die in Armen und Beinen. Mit Namen heißt die Krankheit Neuropathie oder Polyneuropathie. Wie sich eine Neuropathie bemerkbar macht und wie sie behandelt werden kann, das erfahren Sie hier:
- unser Beitrag vom 19. März 2013
Zum Nachlesen:
Es sind Beschwerden, die sich erst langsam bemerkbar machen, quasi schleichend. "Das beginnt meistens in den Zehen, in den Fußsohlen, Kribbeln oder Brennen, Ameisen-Laufen zum Beispiel," beschreibt Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz. "Das kann sich weiter ausdehnen in Richtung der Fußgelenke, aber es kann auch weiter nach oben wandern in Richtung Knie."
Die Ursachen einer Neuropathie
Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz behandelt viele Patienten mit einer Neuro- oder Polyneuropathie. Der Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Bielefeld weiß, die Symptome sind meist Folge anderer Erkrankungen, wie Diabetes, Vitaminmangel oder Borreliose. Aber auch Alkoholmissbrauch kann eine Neuropathie auslösen. "Man sagt ja, dass ein Glas Wein oder zwei Glas Wein bei Gefäßerkrankungen sinnvoll ist," berichtet der Neurologe, "aber zum Beispiel eine halbe Flasche Wein oder mehrere Gläser Whisky und Bier sind für die Nerven schlecht, weil es dann nämlich toxisch wirkt und die Nerven schädigt."
Ein ganzheitlicher Check als Empfehlung
Verläuft die Neuropathie besonders schlimm, kann es sogar zu Taubheitsgefühlen oder Lähmungen kommen. Patienten haben dann sogar Probleme ihre Füße überhaupt zu bewegen. Damit es so weit nicht kommt, rät der Facharzt zu einem ganzheitlichen Check, dabei sollten die Nerven untersucht werden genauso wie die mögliche Ursache. "Es gibt eine Reihe von Ursachen, zum Beispiel Vitaminmangel aber auch entzündliche Erkrankungen, wie Borreliose oder andere Entzündungen, die ganz klar heilbar sind," erklärt Schäbitz. "Deswegen ist auch eine neurologische Untersuchung wichtig, um solche behandelbaren Ursachen zu finden, um dann letztlich die Neuropathie zur Ruhe zu bringen."
Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung
Die Behandlung einer Neuropathie verläuft meist der jeweiligen Grunderkrankung entsprechend mit Medikamenten gegen Diabetes oder Antibiotika. Verläuft sie gut, dann können sich die Nerven beruhigen, ist die Neuropathie aber fortgeschritten, dann kann die Therapie nur dafür sorgen, dass das Kribbeln, Brennen oder Reißen in Armen und Beinen nicht schlimmer wird. "Deswegen also ist die Untersuchung wichtig," betont der Chefarzt, "das muss man dann sehen, was die Ursache ist und dann ist also für einen erheblichen Teil der Polyneuropathie eine spezifische Therapie möglich."
Vorsorgen, indem man seine Nerven schont, klappt laut Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz leider nicht. Eine gesunde Lebensweise mit wenig Zucker und Alkohol in Maßen kann dagegen nie verkehrt sein.
Der 9. Gesundheitstipp 2013
Jeder der schon mal dringend auf Toilette musste und nicht konnte, der weiß, wie sich eine Blasenschwäche ungefähr anfühlen muss. Und, so eine Inkontinenz ist auch keine typische Krankheit unter der nur Ältere leiden, auch junge Frauen und Männer können unter einer Inkontinenz leiden. Manchmal ist sie Folge einer Geburt, mal Folge einer Prostata-OP … Eine Inkontinenz muss aber kein Dauerzustand sein. Wie sie erfolgreich behandelt werden kann, haben wir mit einer Expertin geklärt:
- unser Beitrag vom 5. März 2013
Zum Nachlesen:
Zunächst mal: Inkontinenz ist nicht gleich Inkontinenz – Dr. Renate Röntgen ist Oberärztin an der Klinik für Urologie am Evangelischen Krankenhaus Bielefeld und weiß wieso: „Die Blase besteht aus zwei Anteilen. Das ist einmal der Blasenmuskel, der den Urin speichert und der Schließmuskel, der dafür zuständig ist, dass bei Überdruck im System der Urin trotzdem nicht verloren wird.“
Drang- oder Belastungsinkontinenz?
Deshalb sprechen Fachärzte auch von zwei Formen der Inkontinenz. Zum einen die sogenannte Belastungsinkontinenz, eine Form, bei der Patienten zum Beispiel schon beim Niesen oder beim Sportmachen Urin verlieren. Die zweite Form ist die Dranginkontinenz, sie macht sich dadurch bemerkbar, dass man ständig das Gefühl hat, auf Klo zu müssen. „Also, man merkt ‚ich muss‘,“ beschreibt Renate Röntgen, „rennt dann los und schafft es aber nicht auf die Toilette. Viele kennen das, die schon mal eine Blasenentzündung hatten, so fühlt sich das an, wenn man eine Dranginkontinenz hat.“
Um herauszufinden, um welche Form der Inkontinenz es sich handelt, sollten sich Patienten unbedingt einem Facharzt vorstellen. Der Urologe kann abklären, was genaue Ursache ist. Abhängig von den Beschwerden, die Patienten schildern, können die Ärzte dann eine Funktionsprüfung der Blase vornehmen, schildert Renate Röntgen: „Wir nennen das Blasendruckmessung, die wir gerade in schwierigen Situationen gerne einsetzen, um herauszufinden, handelt es sich um eine Dranginkontinenz oder eine Belastungsinkontinenz.“
Beckenbodentraining oder Botox?
In jedem Fall gibt es dann eine adäquate Behandlung: Liegt es am Schließmuskel, reicht manchmal schon ein Beckenbodentraining, um die Muskulatur zu kräftigen. Liegt es am Blasenmuskel reichen eventuell schon Medikamente, in schlimmeren Fällen greifen die Ärzte auf Botox zurück. Richtig, das Nervengift wird direkt in die Blase gespritzt. Diese Art der Behandlung habe sich bewährt, sagt die Fachärztin, „weil, es ist ein Gift, was Muskulatur lähmt und was die Neurologen schon seit Jahren einsetzen und das lähmt den überaktiven Blasenmuskel und führt dadurch dazu, dass der Drang aufhört.“
Hauptsache: behandeln lassen!
Egal welche Form der Inkontinenz es ist, die Prognosen sind gut, solange die Untersuchung gelingt. Deshalb rät Renate Röntgen sollten sich Patienten unbedingt untersuchen lassen, egal wie groß die Scham bei einer Blasenschwäche ist. „Es ist schon schade, wenn sich Menschen aufgrund einer solchen Problematik zunehmend aus ihren sozialen Aktivitäten zurückziehen. Manchmal sind kleine Ratschläge oder Behandlungstipps schon recht effektiv, weil die Menschen, die dann hinterher wieder trocken sind, die berichten einstimmig, dass sich ihr Leben dadurch im Positiven wieder sehr verändert hat.“
Der 8. Gesundheitstipp 2013
„Darf es noch ein Eis sein?“ „Nein, ich bin Laktose Intolerant.“ Solche Gespräche werden in Deutschland immer häufiger geführt. Eine Laktose Intoleranz, bei der der Milchzucker vom Körper nicht verarbeitet werden kann, hat gefühlt jeder Zweite. Es gibt aber noch eine Intoleranz, die vielleicht nicht so bekannt ist, aber genauso fiese Bauchschmerzen macht. Die Fructose Intoleranz. Worum es dabei geht, darüber haben wir uns mit einem Experten unterhalten:
- unser Beitrag vom 29. Januar 2013
Zum Nachlesen:
Es sind Beschwerden, die wirklich unangenehm sind, in jeder Lebenslage. Ein aufgeblähter Bauch, Krämpfe, Völlegefühl und dazu noch Durchfall. All das verursacht eine Fruchtzucker Unverträglichkeit. Was genau da im Körper passiert erklärt Michael Hilker, er ist Diätassistent und Lehrer an der Schule für Diätassistenten am evangelischen Krankenhaus Bielefeld: „Es ist so dass der Fruchtzucker leider nicht mehr aufgenommen werden kann vom Blut und er anschließend in den Dickdarm wandert. Dort wird er vergoren und macht dann die Symptomatik Blähungen, Durchfall und so weiter.“
Ausgewähltes Obst kann trotzdem gegessen werden
Unangenehm, aber nicht weiter schlimm. Krebs kann durch so eine Fructose Intoleranz nicht entstehen. Aber um die lästigen Symptome los zu werden, sollte man seine Ernährung umstellen. Michael Hilker sagt, welches Obst Patienten nicht mehr essen sollte: „Gewisse Obstsorten sind sehr Fruchtzucker-haltig und teilweise auch Sorbit-haltig. Das in der Kombination ist auch immer schwierig, weil Sorbit letztendlich den Fruchtzuckertransport weiter blockiert. Äpfel, Birnen, Wassermelonen, Weintrauben, Pfirsiche und Aprikosen, sollten generell gemieden werden.“ Wer eine Fructose Intoleranz hat, muss deswegen aber nicht für immer auf Früchte verzichten. Gut verträglich sind zum Beispiel Bananen, Apfelsinen, Mandarinen, Brombeeren oder auch Himbeeren. Menschen mit der Intoleranz sollten auch nicht komplett verzichten, so Hilker. Es sei wichtig, dass auch immer Fruchtzuckerhaltige Speisen gegessen werden, damit der Transport nicht ganz abbaue, sondern immer auch ein bisschen gefordert sei.
Bei Darmproblemen Fructose-Test machen
Generell lässt sich sagen, wer immer schon Probleme mit Magen und Darm hatte, sollte sich einmal auf eine Fructose Intoleranz testen lassen. Das geht ganz einfach per Atemtest beim Gastroenterologen. Und wer die Diagnose hat, sollte sich genau mit dem Thema Fructose auseinandersetzen. Hilker: „Sie kommt schon sehr versteckt vor, das ist das Problematische. Sie kommt in vielen Fertigprodukten vor, man muss also schon die Zutatenliste lesen. In Joghurts kommt sie zum Beispiel als Glucose-Fructose-Mischung vor.“ Das liege daran, dass Industrie die Fructose gerne nutze, weil sich Fructose für den Verbraucher besser anhöre als Zucker.
Es ist also durchaus sinnvoll mal einen Kurs zu belegen, indem man lernt wie man mit der Intoleranz umgehen kann. Michael Hilker bietet das unter anderem an der Diätschule des evangelischen Krankenhauses an. Hier können Sie sich über den Kurs „Alarm im Darm – Gesunde Ernährung bei Fruchtzuckerunverträglichkeit“ informieren. Unter der Telefonnummer: 0521 - 772 7 68 11 können Sie sich auch direkt informieren.
Der 7. Gesundheitstipp 2013
Die Diagnose „Krebs“ ist immer ein Schock. Nicht nur für denjenigen, der sie bekommt, sondern auch für Freunde, den Ehepartner oder die Kinder. Denn meist ist die Diagnose unmittelbar mit vielen Ängsten und Sorgen verbunden, die, wenn sie sich festigen, auch krank machen können. So abgedroschen wie es klingt, meist hilft „darüber reden“. Und wenn man sich da Freunden oder Bekannten nicht anvertrauen will, dann könnten die Mitarbeiter eines psychoonkologischen Dienstes helfen. Wir haben mit einem sogenannten Psychoonkologen gesprochen:
- unser Beitrag vom 19. Februar 2013
Zum Nachlesen:
Keine andere Diagnose ist mit so vielen Ängsten verbunden, wie Krebs. Egal, ob man sie selbst gestellt bekommen hat oder der Freund, die Freundin, der Vater oder die Ehefrau. Denn Krebs ist für die meisten Menschen stark verknüpft mit der Vorstellung von Leiden und von Sterben, da ist sich Diplom-Psychologe Joachim Czisch sicher: „Viele Krebsdiagnosen sind natürlich sehr gut behandelbar, so dass diese Sorge in vielen Fällen auch unbegründet ist. Trotzdem steht das erst mal im Vordergrund.“
Der Psychoonkologische Dienst
Joachim Czisch ist Diplom-Psychologe und arbeitet im Psychoonkologischen Dienst des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld. Er und seine Kollegen betreuen Krebspatienten, solche bei denen der Verdacht auf einen Tumor besteht und auch deren Angehörige. Dazu können Betroffene oder Angehörige Joachim Czisch und seine Kollegen direkt ansprechen und den Kontakt suchen. „Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass die Ärzte oder auch die Kollegen aus der Pflege uns direkt ansprechen und sagen, da haben wir das Gefühl, da ist der Angehörige doch stark psychisch betroffen,“ sagt der Psychologe. In jedem Fall gehen er und seine Kollegen behutsam auf die Betroffenen zu und schauen, welche Bedürfnisse derjenige hat und wie er die Angebote aufnehmen kann.
Die Angebote des Psychoonkologischen Dienstes am Evangelischen Krankenhaus umfassen Gespräche, Beratung und viel Information. Außerdem sei es wichtig, sagt Joachim Czisch, einfach nur da zu sein: „Eine ganz ausführliche Psychotherapie können wir nicht bieten. Nichtsdestotrotz bieten wir erst mal viel Information und eine erste Klärung der Situation, um für uns eine Einschätzung vornehmen können, wo die psychische Belastung wirklich liegt.“
Professionelle Betreuung
Ganz individuell wird dann geschaut, wie viel Kontakt der Betroffene braucht, welche Krebsberatungsstelle Anlauf bieten kann und ob vielleicht nicht auch ein externer Psychologe helfen kann. „Ich denke“, überlegt Joachim Czisch, „was die Psychologen leisten können, ist erst mal eine sehr erfahrene und routinierte Gesprächsatmosphäre anzubieten. Natürlich sind Freunde, Bekannte auch ganz, ganz wichtig.“ Aber da gebe es, so der Experte, immer eine Verquickung von persönlicher Beziehung und von persönlicher Betroffenheit. „Die haben die Psychologen natürlich in der Form nicht und das ermöglicht dem Angehörigen das Gefühl, ja, da ist jemand der ist der Problematik auch gewachsen, der kennt sich aus, das ist ein stabiler Faktor.“ Das bedeutet, auch schwierige Gefühle und Gedanken, wie Wut, Belastung und Trauer finden Platz in einem Gespräch mit einem Psychoonkologen.
Einen Psychoonkologischen Dienst gibt es übrigens an allen Bielefelder Krankenhäusern. Weitere Krebsberatungs- sowie andere Anlaufstellen finden Sie hier.
Der 6. Gesundheitstipp 2013
Es sollen eigentlich neun glückliche Monate sein, für manche Frau sind es aber auch neun anstrengende Monate. Glücklich können all die Schwangeren sein, die außer einer leichten Morgenübelkeit keinerlei Probleme haben. Bei immer mehr Frauen lässt die Schwangerschaft aber gewisse Krankheiten in Erscheinung treten. So ist es zum Beispiel mit dem Schwangerschaftsdiabetes. Wir haben uns mit einem Experten über dieses Thema unterhalten:
- unser Beitrag vom 12. Februar 2013
Zum Nachlesen:
Das Thema Schwangerschaftsdiabetes sollte nicht unterschätzt werden, soviel können wir schon zu Anfang festhalten. Zumal es ein Thema ist, dass immer mehr Frauen beschäftigt. Das sagt Privatdozent Dr. Dominique Finas, der Direktor der Frauenklinik im evangelischen Krankenhaus Bielefeld: „Wir haben eine zunehmende Häufigkeit in der deutschen Bevölkerung. Das hat viel mit der demographischen Entwicklung zu tun.“ Es gebe immer älter werdende Mütter und auch das Thema Übergewicht werde in der deutschen Bevölkerung immer bedeutender.
Lässt sich gut behandeln
Deswegen ist Dr. Finas auch froh darüber, dass seit ca. einem Jahr ein Zuckertest zur Regeluntersuchung bei Schwangeren gehört. Er nennt sich OGTT. So kann jede Frau sicher sein, dass ein Diabetes auch erkannt wird. Bei einigen Frauen besteht diese Erkrankung auch schon länger. Finas: „Die Umstellung des Körpers der schwangeren Frau offenbart hier im Prinzip das Problem nur, die Schwangerschaft selbst macht nicht den Diabetes.“ Ist einmal klar, dass eine Frau Schwangerschaftsdiabetes hat, kann dies gut behandelt werden. Mit einer Ernährungsumstellung und in manchen Fällen auch mit Insulin, so Dr. Finas. Allgemein sei diese Erkrankung auch eine relativ gut händelbare Situation. Sie erfordere allerdings auch Disziplin auf allen Seiten. Dazu gebe es aber viele Beratungsangebote, unter anderem beim Frauenarzt und in den Kliniken. Finas: „Da sind ganz viele Institutionen, die ganz engagiert dabei sind, die Frauen in ihrer Schwangerschaft zu unterstützen.“
Nichtbehandlung hat Folgen
Lässt man den Umgang mit dem Schwangerschaftsdiabetes nämlich schleifen, kann das vor allem Auswirkungen auf das Kind haben. Das Baby könnte zum Beispiel sehr groß werden und dann kann es wiederum Komplikationen bei der Geburt geben. Aber da gibt es noch mehr, so Finas: „Die Kinder haben natürlich auch ein erhöhtes Risiko später einen Diabetes selbst zu haben, soviel weiß man inzwischen. Sie haben außerdem auch Risiken für Fehlbildungen, die zum Beispiel das Herz betreffen können und dann für das Kind auch tatsächlich lebensbedrohlich sind.“ Bleibt noch einmal festzuhalten, dass Diabetes eine nicht zu unterschätzende Krankheit in der Schwangerschaft ist. Wer sich behandeln lässt muss aber keine Angst davor haben.
Der 5. Gesundheitstipp 2013
Mit den lieben Kilos – sind wir mal ehrlich – sind wir doch nie zufrieden, oder? Mal kneift die Hose, mal die Jacke, aber meist reichen ein paar Tage Schmalhansküchenmeister und es geht wieder. Bei rund 60 Prozent der Frauen und sogar 70 Prozent der Männer in Deutschland geht es aber nicht einfach so, sie sind übergewichtig. Fachärzte sprechen da von einem zunehmenden Problem. Denn wenn die Leute immer schwerer werden, steigt auch das Risiko an Bluthochdruck, Diabetis etc. zu erkranken. Und wenn es so weit ist, dann hilft meist nur noch eine radikale Kur. Welche, das haben wir zusammen mit einem Fachmann geklärt:
- unser Beitrag vom 5. Februar 2013
Zum Nachlesen:
Zum Mittag ein Stück Pizza auf die Hand, nachmittags Latte Macchiato mit Sirup und abends an der Tanke noch schnell eine Tüte Chips – ein Überangebot an Nahrung gepaart mit Bewegungsmangel ist das, was viele Menschen dick werden lässt.
„Man kann sich jederzeit mit sehr vielen Kohlenhydraten und Fetten überall versorgen, das ist gar kein Problem,“ sagt Prof. Dr. Michael Heise, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Bielefeld. Das Problem kommt aber mit dem steigenden Gewicht. Denn viele leiden dann nicht nur unter steigenden Kilos, teils 120 kg und mehr, sondern haben neben psychischen Problemen auch eine Reihe organischer Leiden. „Zum Beispiel Zuckerkrankheit, Gallensteinleiden, verschiedene Fettstoffwechsel-Störungen oder ein Schlafapnösyndrom“ erklärt der Mediziner, „das heißt, dass nachts dann die Atmung aussetzen kann.“
Die Definition von Fettsucht
Als übergewichtig gilt jeder, der einen Body Mass Index von über 30 hat. Bei einem BMI von 35 bis 40 und höher reden Fachärzte von „Adipositas“ – Fettleibigkeit oder Fettsucht. Spätestens dann wird es laut Prof. Dr. Michael Heise kritisch. Eine OP ist dann meist die einzig hilfreiche Therapie: „Das sind Patienten, die in der Regel schon eine längere Krankheitsgeschichte hinter sich haben. Und die eben auch schon Ernährungstherapien, Sporttherapien, Bewegungstherapien, alle möglichen Sachen ausgenutzt haben und einfach nicht mehr in der Lage sind, alleine das Gewicht zu reduzieren.“
Die Radikalkur
Eine Operation bedeutet bei Adipositas in jedem Fall die Verkleinerung des Magens. Am häufigsten wird das heute durch einen Magen-Bypass geregelt, erklärt der Facharzt: „Wo der Magen zu einem großen Teil verkleinert wird und dann auf diesen kleinen Magen-Rest eine Dünndarmschlinge aufgenäht wird, sodass es nicht nur zu dieser Magenverkleinerung kommt, die dazu führt, dass der Patient gar nicht so einen Appetit hat, sondern dass er auch gar nicht mehr so viel von den aufgenommenen Nahrungsbestandteilen resorbieren, also in den Körper aufnehmen kann.“ Diese Operation wird auch in einem minimal-invasiven Verfahren durchgeführt, laparaskopisch, also mittels Schlüssellochtechnik, so dass keine großen Wunden entstehen, die Komplikationen bereiten könnten.
Die Prognose
Nach erfolgreicher OP können Patienten relativ schnell viel Gewicht verlieren und auch mit einer Verbesserung der Begleiterkrankungen rechnen. Aber, so eine OP gibt es nur im äußersten Fall und nur mit medizinischem Gutachten. Und, sie allein löst nicht das Problem, erklärt Michael Heise, denn „wie dauerhaft dieser Gewichtsverlust ist, hängt natürlich auch von dem Patienten ab und inwieweit er sich mit dem Essen zurückhält.“
Das bedeutet eine komplette Nahrungsumstellung und eine langfristige Betreuung durch Ernährungsberater, Physiotherapeuten und Ärzte. Also, harte Arbeit, die sich auf Dauer aber lohnt.
Der 4. Gesundheitstipp 2013
Wenn jemand Krebs hat, dann ist das schon eine Schock-Nachricht. Wenn sich der Krebs dann noch ausbreitet, also Metastasen bildet, dann sind das Zeichen für einen fortschreitenden oder einen sehr aggressiven Krebs. Und wenn dann auch noch Metastasen in der Lunge festgestellt werden, dann bekommen es viele Patienten mit der Angst zu tun, schließlich ist die Lunge überlebenswichtig. Dabei gibt es eine Operationsmethode, die die Patienten von Lungenmetastasen befreien kann und die auch die Überlebensrate der Krebspatienten steigern kann. Hier stellen wir sie Ihnen vor:
- unser Beitrag vom 29. Januar 2013
Zum Nachlesen:
Metastasen in der Lunge, also Millimeter kleine Absiedlungen eines Tumors, können viele Krebspatienten bekommen, erklärt Dr. Detlev Branscheid, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie am Ev. Krankenhaus Bielefeld. Zum Beispiel dann, wenn Krebszellen Anschluss an Gefäße oder das Lymphsystem finden. „Da die Lunge so ein Endstromgebiet ist, wo das Blut durchfließt,“ erklärt der Mediziner, „können sich diese Metastasen dort dann in der Peripherie der Lunge bilden und sind dann Lungenmetastasen in Abhängigkeit des Primärtumors.“
Die Krux bei der Behandlung
Da die Lunge überlebenswichtig für den Körper ist, ist die Frage nach der Operation deshalb eine schwierige. Denn wenn viel Lungengewebe durch eine Operation verloren wird, kommt man in einen Grenzbereich, weiß Branscheid: “Das muss man sich sehr gut überlegen und durch Untersuchungen dokumentieren, wie denn die prognostische Lungenfunktion ist, wie also die Lungenfunktion nach der Operation ist.“
Eine Gewebe schonende Operationsmöglichkeit ist die mittels Lasertechnik. Dabei wird Licht auf eine hohe Kraft gehoben und dazu genutzt, die Metastasen quasi aus dem Lungengewebe herauszuschälen. Für die Medziner am Ev. Krankenhaus ist es das Mittel der Wahl, denn eine Chemotherapie hat immer nur begrenzte Wirkung, erklärt Dr. Morris Beshay: „Das Ziel ist die Metastasen vollständig von der Lunge zu entfernen und dabei sollte so wenig wie möglich Lungengewebe verloren gehen. Genau das erreichen wir nur durch die Lasertechnik.“
Die Prognose bei der Behandlung
Leider bedeutet ein solcher Eingriff keine Heilung. Allerdings verlängert er – sofern die Prognosefaktoren stimmen – die Überlebensrate der Patienten, da mittels Laser mehrere Metastasen aus der Lunge entfernt werden können, ohne dass zu viel gesundes Lungengewebe verloren geht. Zwischen 30 und 45 Prozent der Patienten erlangt statistisch gesehen eine Überlebensrate von 5 Jahren.
Wichtig dafür ist aber, dass die Metastasen früh erkannt werden und dass sich die behandelnden Ärtze gut absprechen, weiß Dr. Detlev Branscheid: „Gut ist es eben dementsprechend, dass wir ein interdisziplinäres Konzept zwischen Hämatoonkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Thoraxchirurgen haben, zusammen mit dem jeweiligen Arzt, der den Primärtumor behandelt.“
Alle behandelnden Ärzte können dann aus Sicht ihrer Fachrichtung beraten, welche Therapien, in welcher Reihenfolge gut für den Patienten sind. Also, ob erst Chemo und dann OP oder anders herum. „Wenn wir das schaffen,“ macht Branscheid deutlich, „dann können wir sicherlich einen grroßen Sprung im Überleben bei den Primärtumoren schaffen, auch selbst dann wenn Lungenmetastasen vorliegen.“
Der 3. Gesundheitstipp 2013
Egal ob der Fuß kaputt ist, der Blinddarm zwickt oder eine ernstzunehmende Krankheit dahinter steckt: irgendwann muss fast jeder Mal ins Krankenhaus. Wenn es dann ernst wird und eine OP mit Vollnarkose ansteht, kriegen viele Panik. Sich völlig in die Hände anderer zu begeben, ohne irgendwas zu merken, macht halt im Zweifel Angst.
Die Risiken und Nebenwirkungen haben wir deswegen mal mit einem Experten abgeklärt:
- unser Beitrag vom 22. Januar 2013
Zum Nachlesen:
„Ja die meisten Patienten haben vor der Narkose Angst“, bestätigt uns Prof. Dr. Fritz Mertzlufft, der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie im evangelischen Krankenhaus Bielefeld. Und er weiß, die größte Angst haben die Patienten davor, während der Operation aufzuwachen. Das seien aber lediglich Horrorszenarien, die immer mal wieder irgendwo auftauchen würden. Mertzlufft: „Also ich habe es jetzt in 30 Jahren nie erlebt, aber theoretisch ist das natürlich denkbar. Die Zahl ist wirklich extrem gering, weltweit im Promillbereich. Die Wahrscheinlich ist so gering, dass ich sagen würde, man muss davor keine Angst haben.“ Zumal Dr. Mertzlufft während der OP alle Vitalzeichen im Blick hat und im Zweifel sofort reagieren könnte.
Anästhesie so sicher wie nie
Aber noch eine Angst treibt die meisten Patienten um und zwar die, gar nicht mehr aufzuwachen. Auch darauf hat Dr. Mertzlufft eine Antwort: „Da muss man sagen, dass heute die Anästhesie so sicher ist wie nie zuvor. Deshalb ist es heute auch möglich beim ältesten Patienten oder bei Frühgeborenen schwierigste Operationen zu machen. Wenn ich es in Prozent angebe, dann lege das Sterblichkeitsrisiko ungefähr bei 0,05 Prozent. Das ist sehr wenig.“ Je älter der Patient und je mehr Krankheiten schon bestehen, desto größer ist auch das Risiko nach der OP nicht mehr aufzuwachen, so Mertzlufft weiter.
Etwas Vertrauen braucht jeder
Eine Angst die viele Patienten generell umtreibt ist, sich überhaupt in Narkose legen zu lasen. Schließlich begibt man sich in die Hände anderer Personen und bekommt nichts mit. „Die können ja machen was Sie wollen“, haben da viele im Kopf. Da hilft dann nur das intensive Gespräch mit Dr. Mertzlufft und Kollegen, dass mit jedem Patienten geführt wird, aber: „Das kann man letztlich nicht nehmen. Das macht natürlich niemand! Wir halten uns an das was wir vorher mit dem Patienten besprechen und auch schriftlich fixieren. Aber letztlich ist es Vertrauensbasis, dass man das macht und wenn wir uns nicht dran halten, dann würden wir uns strafbar machen.“ Ein bisschen Vertrauen muss also jeder Patient mitbringen. Angst muss aber niemand vor der Narkose haben.

















