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Zukunft der Arbeit

#mitreden: Zukunft der Arbeit

Bauskizzen

Unser Thema am 28. September 2022

Die Zukunft der Arbeit

Wir haben zusammen mit euch und der Initiative Open Innovation City über die Zukunft der Arbeit geredet. Klar wurde: Schon heute steht der Mensch viel mehr im Mittelpunkt der Arbeit, als es früher der Fall war. Aber wo entwickeln sich unsere Arbeitsplätze hin? Wie sehen Arbeitszeitmodelle der Zukunft aus? Welche Rolle spielt der Sinn der Arbeit und wie können auch Handwerks- oder Industriearbeitsplätze in der Zukunft attraktiv bleiben? Wir haben es besprochen.

Bei #mitreden waren dieses Mal viele Vorreiter zum Thema "New Work" dabei. In Bielefeld hat sich eine Szene herausgebildet, die das Thema weit über die Stadtgrenzen hinaus prägt. Dazu zählt Lasse Rheingans. 2017 hat Lasse bei seiner Agentur Rheingans ein Experiment gestartet: Die 25 Stunden Arbeitswoche. Der Arbeitstag seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde von 8 auf 5 Stunden reduziert, bei gleichbleibenden Gehalts- und Urlaubsansprüchen.

Mit dabei war auch Leonie Müller, eine Bielefelderin, die wohl als bekannteste Bahnfahrerin der Republik bezeichnet werden kann. 2015 kündigte sie ihre Studentenwohnung, kaufte sich eine Bahncard 100 und verlegte ihren Schreibtisch und ihren Wohnort auf die Schienen. Aktuell hat sie die Züge der Deutschen Bahn gegen einen sieben Meter Van getauscht und lebt und arbeitet komplett daraus.

Außerdem konnten wir Jannis Johannmeier begrüßen. Mit seiner Agentur The Trailblazers berät er mit seinem Team Unternehmen bei Strategie und PR-Aufgaben. Jannis ist überzeugt, dass derzeit die Chance besteht, eine neue Arbeitswelt für die nächsten Jahrzehnte zu schaffen. Auch Andreas Kämmer und Eva Stock von der Digitalagentur comspace hatten sich zugeschaltet. Andreas und Eva haben in den letzten Jahren mit ihrem Team zahlreiche Erfahrungen zum Thema gemacht. Sehr gut hat dazu Eugen Penner die Runde ergänzt. Eugen ist der Geschäftsführer des ZEP-Team Bielefeld, einer Zimmerei und Dachdeckerei. Er konnte einbringen, wie sich auch Handwerksbetriebe modern und zukunftsfit aufstellen können. Ole Wintermann von der Bertelsmann Stiftung war ebenfalls dabei. Er beschäftigt sich mit dem Thema Arbeit der Zukunft intensiv und sagt: New Work darf kein Selbstzweck sein, sondern sollte als Instrument für Nachhaltigkeit in den Unternehmen eingesetzt werden.

Das Thema "New Work" ist in Bielefeld und der Region angekommen und wir haben uns auch über alle weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefreut. Die von Timo Fratz und Tim Vorspel geführte Diskussion war spannend und aufschlussreich. Hier könnt ihr reinhören:

Mann in Videokonferenz

Bei der Arbeit der Zukunft denken wir schnell an das Home-Office. Das es aber definitiv mehr ist, wurde gleich zu Beginn klar. Lasse und Andreas argumentierten, dass es ein Baustein ist, eigentlich aber das Bedürfnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darüber entscheidet, ob es ein geeignetes Mittel ist, um den Arbeitsplatz attraktiv zu machen.

Was mit den Arbeitsplätzen in der Pflege passiert, das hat auch Eva beschäftigt. Sie sieht Abseits von Bürojobs große Herausforderungen für die Zukunft der Arbeit. Auch Lasse stimmt dem zu und ergänzt, dass es dabei nicht allein um die Bezahlung geht:

Nicht aus der Pflege, aber aus dem Handwerk kommt Eugen. Als Geschäftsführer eines Dachdecker- und Zimmereibetriebs konnte er Beispiele geben, wie auch dort Arbeitsplätze zukunftsfit aufgestellt werden und sich das Unternehmen so als moderner Arbeitgeber attraktiv und angesagt bleibt:

Die Arbeit und der Umgang in Unternehmen mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hat sich auf jeden Fall gewandelt und wird sich auch weiter verändern. Rolf sagt, das haben andere schon früher erkannt. Er hat bei #mitreden von seinen Erfahrungen aus den USA erzählt:

Flagge der USA

Der Teamgedanke und damit verbunden auch der Sinn der Arbeit stehen auch für Jannis ziemlich weit oben auf der Liste dessen, was die Arbeit der Zukunft weiter prägen wird. Was das konkret für ihn bedeutet, hat er uns verraten:

Klingt einfach. Es lauern aber immer wieder Herausforderungen auf dem Weg in die Zukunft der Arbeit. Dann zum Beispiel wenn Kolleginnen und Kollegen ganz andere Motive für Arbeit haben, als man selbst. Henning und Lasse haben dafür Beispiele gegeben:

Um nun aber auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen zu können, steht viel Arbeit vor den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Das ist klar. Aber diese Arbeit scheint nötig, wenn wir auf aktuelle Studien schauen, die der Zufriedenheit mit Arbeitsplätzen keinen besonders hohen Wert ausweisen. Jannis mahnt dazu, diese Zahlen ernst zu nehmen:

ICE

Es hat uns auch sehr gefreut, dass Leonie bei #mitreden dabei war. Zugeschaltet aus ihrem Van, mit dem sie auf den Weg nach Österreich einen Stopp in einem Gewerbegebiet bei Fulda eingelegt hatte. Leonie hat sich selbst ihren Wunscharbeitsplatz geschaffen. 2015 hat die Bielefelderin ihre Wohnung gekündigt und ist dann erstmal mit einer Bahncard 100 in den Zug gezogen:

Natürlich darf in der Zukunft auch das Thema Geld nicht vergessen werden. Der Lohn der Arbeit muss sich aber nicht immer nur auf dem Konto zeigen, findet Felix, der Alternativen in die Diskussion eingebracht hat:

Wege zur Arbeit der Zukunft. Wir hätten noch lange weiter diskutieren können, denn das Thema ist vielschichtig und es ist wichtig. Leonie und Lasse haben das klar gemacht, als sie zusammengefasst haben, worum es eigentlich geht:

Wir sagen danke, für diese spannende Diskussion und freuen uns schon auf die nächste. Seid dabei! Redet mit!