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Roxane Brockschnieder
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Amokalarm am Berufskolleg Senne

Die Infos

Am Berufskolleg Senne hat es am 24.06.22 einen Amokalarm gegeben. Ein Großeinsatz der Polizei wurde ausgelöst, das Spezialeinsatzkommando und ein Hubschrauber wurden gerufen. Zuvor hatte es Schüsse im Schulgebäude gegeben. Im Laufe des Einsatzes wurde ein bewaffneter 20 Jähriger Bielefelder auf dem Dach des Gebäudes festgenommen. Ein Schüler erlitt einen Hörsturz. Körperlich verletzt wurde sonst niemand.

Mehrere Waffen bei festgenommener Person gefunden

Bei dem Festgenommenen wurden mehrere Waffen gefunden - dabei handelte es sich um zwei Schreckschusspistolen. Außerdem hatte er 40-50 Schuss Munition, einen Dolch und Molotowcocktails dabei.

Noch am Tattag ging die Polizei von einem Einzeltäter aus. Dennoch wurde das Gebäude vorsichtshalber durchsucht. Zum Zeitpunkt der Tat hatten sich nur wenige Schulklassen im Gebäude befunden. Diese durften die Schule erst verlassen, nachdem ihre Räume geprüft und verschlossen, sowie Zeugen befragt waren. Manche mussten bis in den Abend ausharren.

Schüsse auf die Tür des Lehrerzimmers

Gegen 12 Uhr gingen erste Notrufe bei der Polizei ein, zuvor soll die festgenommene Person mehrere Schüsse auf die Tür des Lehrerzimmers abgegeben haben. Zeugen gaben gegenüber Radio Bielefeld an, dass es auch auf dem Außengelände Schüsse gegeben habe.

Schülerinnen und Schüler, die noch im Gebäude waren, standen z.T. per Handy mit ihren Eltern und Freunden in Kontakt. Sie beschrieben in Sprach- und Textnachrichten, wie sie sich unter Stühlen und Tischen in Deckung gebracht hatten. Manche beschrieben in den Nachrichten auch, dass Klassenräume von innen zugehalten wurden, weil vermutet wurde, dass der Täter eindringen wollte. Auch versandte Videos belegen die Meldungen. 

Was ein Vater im Gespräch mit Radio Bielefeld Chefredakteur Timo Fratz gesagt hat, während er vor der Schule auf seinen Sohn wartete, hört ihr hier.

Mehrere Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler schlossen sich auch in einem benachbarten Gebäude ein. An der Stadtbahnhaltestelle vor der Schule brach eine Frau zusammen. Sie wurde von Rettungssanitätern versorgt.

Festgenommener muss in Psychiatrie

Der festgenommene Bielefelder leidet an einer psychischen Erkrankung. Der zuständige Richter erließ einen Unterbringungsbefehl in eine Forensische Psychiatrie. Er wohnte bislang in einer Bielefelder Betreuungseinrichtung. Die Polizei hat dort sein Zimmer durchsucht. Durch die Auswertung der dort sichergestellten Gegenstände, hoffte die Polizei weitere Hinweise zur Person und dessen Motiv zu erlangen.

Hilfe für Betroffene

Für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Ausbilder oder Eltern, die zur Bewältigung des Vorfalls Unterstützung benötigten, hatte die Schule Hilfe angeboten. 

Tat im Video angekündigt 

Der mutmaßliche Täter wurde schließlich von den Spezialkräften der Polizei auf einem Flachdach festgenommen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen wurden direkt aufgenommen. Noch am Tatabend gab die Polizei an, dass der Tatverdächtige sein Vorhaben in einem selbstverfassten Video angekündigt habe. Dieses sei unmittelbar vor der Tat im Internet veröffentlicht worden. Der Festgenommene war kein Schüler am Berufskolleg gewesen.

Am Standort Rosenhöhe befinden sich insgesamt drei Schulen, die teilweise räumlich ineinander übergehen. Neben dem Berufskolleg Senne befindet sich dort das Rudolf-Rempel-Berufskolleg und die Gesamtschule Rosenhöhe.

Am 02.12.2022 startet der Prozess gegen den Festgenommen am Bielefelder Amtsgericht. Am 16. Dezember fiel nach drei Verhandlungstagen das Urteil. Der zu diesem Zeitpunkt 21-jährige Täter erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren nach dem Jugendstrafgesetz. Außerdem wurde die Unterbringung in einer psychatrischen Anstalt angeordnet.

Das Urteil des Amtsgerichts

Am 02.12.2022 startet der Prozess gegen den Festgenommen am Bielefelder Amtsgericht. Am 16. Dezember fiel nach drei Verhandlungstagen das Urteil. Der zu diesem Zeitpunkt 21-jährige Täter erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren nach dem Jugendstrafgesetz. Außerdem wurde die Unterbringung in einer psychatrischen Anstalt angeordnet.