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Tim Linnenbrügger
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Archiv der Nachrichten von Bielefeld

Bielefelder Forscher erklärt Pegida-Phänomen

Die Anti-Islam-Bewegung Pegida ist ein Zeichen für das Auseinanderdriften zwischen Ost und West – das glaubt der Bielefelder Konfliktforscher Andreas Zick. Dass könne erklären, warum bei den Pegida-Versammlungen in Dresden 15.000 Menschen kommen, in Kassel aber nur 100. Der Leiter des Instituts für Gewalt und Konfliktforschung an der Uni Bielefeld sieht die Ursache für den großen Zulauf der Bewegung in der Angst vor dem sozialen Abstieg. Statt über die eigene Angst zu reden, beschäftigt man sich lieber mit der Überfremdungsangst durch andere. Dieser Mechanismus sei im Osten weiter verbreitet, weil die Menschen dort nach der Wende tatsächlich etwas verloren haben, so Zick. Zudem habe sich die DDR selbst nie als multikulturell verstanden. Im Westen dagegen habe man dieses Selbstverständnis langsam und mühsam entwickelt. Auch heute wollen wieder Tausende Pegida-Anhänger in Dresden gegen eine vermeintliche Islamisierung der Gesellschaft auf die Straße gehen.