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Tim Donsbach
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Archiv der Nachrichten von Bielefeld

Bielefelder Studie zu Mietnomaden

Mietnomaden sind Menschen, die Wohnungen verwüstet hinterlassen oder keine Miete zahlen. Und sie profitieren von vertrauensseligen Vermietern. Denn zwei Drittel der privaten Vermieter würden keine Auskünfte über die Bonität ihrer künftigen Mieter einholen. Das ist ein Ergebnis einer Bielefelder Studie zu Mietnomaden. Demnach würden private Vermieter häufig keine Schufa-Auskünfte einholen, oder sich die Verdienstbescheinigungen oder Kontoauszüge der potentiellen Mieter zeigen lassen.
Professionelle Vermieter wie große Wohnungsgesellschaften würden die Unterlagen dagegen immer verlangen. Der Eigentümerverband Haus und Grund findet die Folgerung der Bielefelder Studie falsch. Vermieter, die Informationen einholten, seien genauso häufig von Mietnomaden betroffen wie andere. Die Gutachter hätten nur einen Bruchteil der privaten Vermieter erfasst. Im vergangenen Jahr haben Immobilienrechtler der Uni Bielefeld im Auftrag des Bauministeriums versucht herauszufinden, wie viele Mietnomaden es in Deutschland gibt. Die Bielefelder Juristen kamen auf 1.300. Auf Basis der Studie wird in Berlin an einer Novelle des Mietrechtes gearbeitet.