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Archiv der Nachrichten von Bielefeld

Big Brother Award für Verfassungsschutz

Mit einem Preis für sein Lebenswerk ist der deutsche Verfassungsschutz am Abend in Bielefeld mit dem Big Brother Award ausgezeichnet worden. Er bekam den Negativpreis unter anderem wegen seiner Verflechtungen in die Neonaziszene. Die Jury prangerte insbesondere die Verstrickung des Verfassungsschutzes in den NSU-Skandal als auch das V-Leute-System an. In der Begründung heißt es außerdem: Der Verfassungsschutz werde für die Überwachung und Stigmatisierung staats- und gesellschaftskritischer Gruppen und Personen und die Vertuschung illegaler Praktiken ausgezeichnet. Ein weiterer Preisträger ist auch die Petitionsplattform Change.org, weil sie gewinnorientiert personenbezogene Daten vermarkte. In der Kategorie Technik geht ein Award an den Verkehrverbund Berlin Brandenburg. Dabei warnt die Jury vor allem vor dem Trend Papiertickets durch Chipkarten zu ersetzen. Er mache unbeobachtetes Reisen in Zukunft nahezu unmöglich.

Mit den Big Brother Awards ehrt der Bielefelder Verein Digitalcourage jedes Jahr Unternehmen, Behörden und Personen für einen laschen Umgang mit dem Datenschutz und der Privatsphäre. Der Negativpreis wird seit dem Jahr 2000 verliehen. Als Rednerin war am Abend auch die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von der FDP zu Gast in der Hechelei.