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Hebammen streiken

„Stell dir vor, dein Kind kommt, und keine Hebamme ist da!" - unter dem Motto streiken rund 300 Hebammen heute in Bielefeld. Von 11 bis 13 Uhr versammeln sie sich vor dem Rathaus. Die Geburtshelferinnen kämpfen für eine gerechte Bezahlung - denn besonders die (drastische) Erhöhung der Berufshaftpflichtversicherung seit 2010 wird für viele zur Existenzbedrohung.

Rückbildungskurse, Vorsorgeuntersuchungen und Geburtsvorbereitung - darauf müssen Frauen während des Streiks verzichten. Nur die Geburtshilfe wird nicht bestreikt, für Notfälle werden außerdem Vertretungen organisiert. Für viele Geburtshelferinnen lohnt sich ihr Beruf kaum noch, viele müssen Insolvenz anmelden, heißt es vom Hebammenverband: Sie verdienen im Schnitt nur 5,70 Euro pro Stunde und müssen als Freiberufler fast 3.800 Euro Haftpflichtversicherung zahlen - seit 2006 hat sich die Versicherungsprämie damit mehr als verdoppelt. Die Folge: Engpässe in der Versorgung.