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Archiv der Nachrichten von Bielefeld

Studie zu Antisemitismus in Deutschland

Auch 70 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz ist der Antisemitismus in unserer Gesellschaft immer noch stark ausgeprägt. Das geht aus einer Studie der Bielefelder Uni hervor, die heute am Holocaust-Gedenktag ua. von Mit-Verfasser Professor Andreas Zick vorgestellt wurde. Demnach herrsche in beachtlichen Teilen der Bevölkerung nach wie vor die Meinung, dass Juden versuchen Vorteile aus der Vergangenheit zu ziehen und in Deutschland zu viel Einfluss haben.  Dieser Auffassung ist fast ein Viertel der älteren Deutschen über 60. Bei den jüngeren sind es mit knapp 10 Prozent deutlich weniger. Über die Hälfte der Befragten ärgert sich laut Studie darüber, dass den Deutschen heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden. Zudem habe sich gezeigt: Wer Vorurteile gegenüber Juden hat, hat diese häufig auch gegenüber anderen Minderheiten in der Gesellschaft. Deshalb müsse der Kampf gegen Antisemitismus eine demokratische Daueraufgabe sein, heißt es von den Experten. Ein gezieltes Wissen darum müsse konsequent und verstärkt bereits ab der Kita vermittelt werden.