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Bielefelds Plätze - Ideen für die Zukunft

Drei Plätze - drei Ideen für die Zukunft. In Bielefeld wird derzeit viel über die zukünftige Gestaltung der Innenstadt diskutiert. Die Altstadtsanierung vor einigen Jahren hat gezeigt: Die Aufenthaltsqualität kann gesteigert werden. Auch aus dem Kesselbrink wurde aus einer Betonwüste ein Ort, auf dem sich an sonnigen Tagen gerne viele Bielefelder aufhalten. Seit langer Zeit ist außerdem klar: Auch am Jahnplatz soll etwas passieren. Der Versuch den Verkehr zu verringern läuft seit Mitte Juni. Das renomierte Bielefelder Planungsbüro "Peters + Winter" hat nun zusammen mit der Neuen Westfälischen Visionen entwickelt, wie es in der Innenstadt darüber hinaus weitere Entwicklungen geben kann. Für den Klosterplatz, den Süsterplatz und den Jahnplatz wird es in den kommenden Wochen eine Bestandsaufnahme geben, Anwohner und Nutzer des Platzes kommen zu Wort und es werden Ideen zur Diskussion gestellt, wie die drei Plätze sich zukünftig noch schöner Gestalten lassen. Wir von Radio Bielefeld werden die Diskussionen für euch begleiten und euch die Plätze und Ideen bei uns im Programm und hier auf radiobielefeld.de vorstellen.

Den Anfang macht der Klosterplatz. Ein Juwel, dem der Schliff fehlt. Mit welchen Kniffen das Planungsbüro "Peters + Winter" den Platz noch schöner machen will, könnt ihr in der Neuen Westfälischen sehen. Mit einem Klick auf das Bild, bekommt ihr außerdem einen ersten Eindruck. Habt ihr auch Ideen? Dann gerne her damit. Schreibt uns an info(at)radiobielefeld.de.

Als nächstes ist unser Wohnzimmer dran: Direkt hinter dem Radio Bielefeld Studio liegt der Süsterplatz. Hier feiern wir regelmäßig den Leineweber, den Radio Bielefeld Weihnachtsmarkt oder unseren Feierabend. Schaut euch an, welche Ideen hierfür vom Planungsbüro "Peters + Winter" und der Neuen Westfälischen entwickelt wurden!

Zu guter Letzt haben sich die Neue Westfälische und das Planungsbüro "Peters + Winter" Bielefelds Mitte vorgenommen. Wie der vieldiskutierte Jahnplatz demnach aussehen könnte und welche Möglichkeiten in dem Platz stecken, wenn keine Autos mehr dort fahren würden, könnt Ihr hier sehen.


Dicke Luft am Jahnplatz - Der Streit um den Verkehr

Jahnplatz der Zukunft

So könnte der Jahnplatz in der Zukunft aussehen.

Nach den Plänen des Bielefelder Ingenierurbüros Bockermann, Kortemeier und Wannenmacher soll der Platz grüner werden und eine hohe Luft- und Aufenthaltsqualität bekommen. Im Stadtentwicklungsausschuss werden die Pläne morgen (26.06.2018) vorgestellt. Für die Umgestaltung und Verkehrsberuhigung kann Bielefeld Fördergelder der europäischen Union  in Höhe von 13,3 Millionen Euro einplanen. Diese müssen allerdings bis 2023 genutzt werden.

Update 22. Juni 2018

Die Umbauarbeiten für den Verkehrsversuch Jahnplatz beginnen.

Vom 25.Juni bis 16. Juli starten die ersten Arbeiten, um den Jahnplatz auf den Verkehrsversuch vorzubereiten. In einem ersten Schritt wird die Zufahrt vom Jahnplatz in den Niederwall gesperrt. Dort werden in Höhe der Apotheke die Mittelinseln entfernt, um dort später ein Wenden zu ermöglichen. Vom Rathaus (und somit auch von der Körnerstraße) kann man aber noch in Richtung Jahnplatz fahren.

In einem zweiten Schritt wird ab dem 16. Juli die Fahrt vom Jahnplatz in Richtung Herforder Straße für rund eine Woche nicht mehr möglich sein. Dort wird dann über Friedrich Verleger Straße, August Bebel Straße und Friedrich Ebert Straße umgeleitet. Da es sich an der Kreuzung Kesselbrink/ August Bebel Straße auch sonst oft staut, muss ggf die Ampelschaltung verändert werden heißt es von der Stadt. Danach folgen Markierungsarbeiten auf den Fahrbahnen. Der eigentliche Verkehrsversuch beginnt dann am 4. August. Dann ist der Jahnplatz in beide Richtungen für Autos nur einspurig befahrbar, eine Umweltspur für Busse und Fahrräder wird eingerichtet. Alle Infos zur aktuellen Verkehrssituation gibt es hier:

Radio Bielefeld Blitzer und Verkehr

Unterdessen kritisiert der Handelsverband OWL weiter die Maßnahmen. Laut aktuellen Messungen im Auftrag der Kaufmannschaft Altstadt und der Werbegemeinschaft City rund um die Bahnhofstraße seien die Schadstoffwerte an verschiedenen Stellen (an der Herforder Straße Höhe "Scala" und auf der Verkehrsinsel auf dem Jahnplatz) unkritisch, lediglich die Messstation neben dem regulären Messcontainer weise leicht erhöhte Werte auf.

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Es ist eines der großen Bielefelder Themen. Seit Monaten wird diskutiert, wie es zukünftig auf dem Jahnplatz vorwärts gehen soll. Die einen (SPD, Grüne, Bürgernähe und Piraten) wollen die Autos am besten woanders lang lenken, die anderen (CDU, FDP und BfB) wollen das verhindern. Hintergrund der Debatte ist die Luftqualität. Die Stickoxid-Belastung auf dem zentralen Innenstadtplatz ist hoch. Aber ist sie auch "zu" hoch?

Wie sehr sind wir Bielefelder wirklich der Luftverschmutzung auf dem Jahnplatz ausgesetzt?
Darüber wird sich gestritten. Eine offizielle Messstation soll 2017 Klarheit bringen und liefert tatsächlich besorgniserregende Ergebnisse. Weil die Messstation aber direkt an einer Bushaltestelle angebracht ist, meldet u.a. der Handelsverband Zweifel an und installiert drei eigene Geräte an anderen Stellen und mit deutlich besseren Ergebnissen.

Damit ist die Verwirrung perfekt!
Denn auch die Lösungsvorschläge um die Luft zu verbessern sind umstritten. Der Verkehr könnte woanders hergelenkt werden. Aber würden dann nicht dort die Belastungen steigen? Die Fahrspuren auf dem Jahnplatz könnten reduziert werden. Aber würde das nicht zu mehr Staus und damit zu noch mehr Abgasen führen? Geht es eigentlich noch um die Luftverschmutzung oder wünschen sich einige einen attraktiven Innenstadtplatz mit mehr Aufenthaltsqualität? Und welchen Einfluss darf der Einzelhandel in der Debatte nehmen? Argumente und Ideologien treffen aufeinander. Die Stadt verweist in vielen Fragen auf die Bezirksregierung. Die Bezirksregierung auf das Bundesverwaltungsgericht. EU Verordnungen, Luftreinhaltepläne und die Diskussion um Diesel-Fahrverbote, Umweltzonen oder eine Grüne Welle stiften weitere Verwirrung.

Aufklärung soll eine neue Messanlage bringen.
Diese wird Anfang 2018 vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) installiert und liefert Daten, die jeder hier im Internet einsehen kann. Nach einem Monat Betrieb stellen wir fest: Im Januar wurde der Wert an keinem Tag überschritten. Die stärkste Belastung gibt es, als viele Autofahrer wegen Eis und Schnee nur langsam vorankommen. Aber dieses Ergebnis ist nur ein Zwischenstand und wenig aussagekräftig. Entscheidend ist der Jahresmittelwert. Wie sich dieser Entwickelt, darüber werden wir bei Radio Bielefeld weiter zuverlässig informieren.

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Birgit Kaiser de Garcia vom LANUV zu den Vorteilen des neuen Containers
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Timo Teichler und Christina Scheuer stellen die Januar Messwerte vor

Hintergrund der Verkehrsentwicklung auf dem Jahnplatz

Die Verkehrssituation auf dem Jahnplatz ist in der Vergangenheit schon oft diskutiert und verändert worden. 1861 erhält er seinen Namen, als die Bielefelder Turngemeinde auf dem noch völlig unbebauten Platz eine Eiche pflanzt. Erst ab 1883 startet die Bebauung mit Post, Hotel, Banken und einem Kaufhaus.

1902 kommt die Straßenbahn auf den Jahnplatz. Nach dem Krieg dann die Neugestaltung. Die Führung der Straßenbahnschienen wird erstmals verändert, die Haltestellen von der Mitte des Platzes an den Rand verlegt und mit bundesweiter Beachtung eröffnet am 19.07.1957 der Fußgängertunnel, das heutige Jahnplatz Forum. Die Verkehrsplaner verfolgen damals das Ziel der „autogerechten Stadt“ und entscheiden die Fußgänger unter die Erde zu verbannen. Stattdessen rollt der Verkehr nun vierspurig über den Platz. Ein Autotunnel ist aus finanziellen Gründen nicht zu realisieren.

Ab den 70ern folgen erneut mehrere Verlegungen der Straßenbahngleise auf dem Platz. 1991 zieht die Bahn in der City komplett unter die Erde und die unterirdische Haltestelle Jahnplatz eröffnet. Der Fußgängertunnel hat sich zu einer Einkaufspassage gewandelt. Oberirdisch werden die Überdachungen der Bushaltestellen aufgestellt und müssen bis heute wegen Ihres Aussehen viel Kritik einstecken.

2012 kommt die Diskussion um eine Stadtbahn Linie 5 von Heepen nach Sennestadt auf. Unter der Erde hätte diese keinen Platz mehr und deshalb müsste sie über den Jahnplatz fahren. Fördermittel locken und bei manchen Stadtplanern und Politikern entsteht die Idee den Jahnplatz attraktiver zu gestalten und dafür die Autos zu verdrängen. Eine Bürgerbefragung macht den Plänen zur Linie 5 dann aber einen Strich durch die Rechnung. Die Diskussion um den Verkehr am Janplatz bleibt bis heute aktuell.


Volle Wartezimmer - der drohende Ärztemangel in Bielefeld

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Der Ärzte-Versorgungsgrad in Bielefeld liegt bei 95 Prozent. Diese Antwort bekamen wir von Radio Bielefeld als wir zum Weltgesundheitstag beim Gesundheitsministerium nachfragten. 95% ist zwar weniger als nötig aber in den ländlichen Regionen sei es noch deutlich schlimmer. Beruhigend ist das natürlich nicht, denn der Trend spricht gegen den schnellen Termin und kurze Aufenthalte im Wartezimmer. Zumal über die Hälfte der Hausärzte in ganz Westfalen Lippe über 60 Jahre alt ist und sich wahrscheinlich schon auf den Ruhestand freut.

Warum will niemand mehr eine Arztpraxis betreiben?

Gründe dafür gibt es viele. Das Ärzteblatt hat einige früh erkannt und 2009 eine Reportage veröffentlicht bei der eine junge angehende Ärztin nach sechs Monaten den Kittel wieder ausgezogen hat. Ihr Problem: Sie war motiviert, sie wollte nach sechs Jahren Studium endlich den praktischen Alltag kennenlernen und eingearbeitet werden. Vom zweiten Arbeitstag an stand sie allerdings allein im OP. Hilfe bekam sie kaum – Kritik eine ganze Menge. Als sie eine weinende Patientin beruhigen will, wird ihr gesagt sie sei zum Arbeiten da – nicht zum Reden. Ihre Kollegen berichten von ähnlichen Vorfällen. Bei einem klärenden Gespräch mit dem Chef wird ihr gesagt, sie sei in einer strengen Hierarchie gelandet, schlimmer als bei der Bundeswehr.
Nun ist es natürlich nicht in jedem Krankenhaus so und nicht jeder angehende Arzt beklagt ein mieses Betriebs- und Arbeitsklima, aber der Kostendruck, immer weiter steigende Verwaltungsaufgaben und eine von vielen als ungerecht bewertete Abrechnungspraxis für niedergelassene Ärzte sind weitere Argumente gegen die Berufswahl als Arzt. Für das Studium gilt ganz nebenbei immer noch ein perfekter Abischnitt von 1,0 als bester Türöffner in den Hörsaal.

Ärzte und Patienten leiden unter Regress-System
Sobald ein Arzt bei der Krankenkasse mehr Leistung abrechnet wie im Durchschnitt üblich, wird er in Regress genommen. Es gilt also immer das Budget einzuhalten. Kommen aber Patienten mit teuren Behandlungskosten oder mehr Kranke als gewöhnlich, muss der Arzt fürchten auf den Kosten sitzenzubleiben. Die Folge: Medikamente werden besser nicht verschrieben. Patienten im Zweifel nicht mehr aufgenommen oder an andere Ärzte weiter verwiesen. Ein Arzt überträgt das Prozedere in einen anderen Berufszweig: Wenn ein Feuerwehrmann bei aufwendigen Löscharbeiten ab Zeitpunkt X das Löschwasser selber bezahlen muss, dann kann er es natürlich abdrehen um nicht in die Haftung zu kommen. Dann brennt es halt weiter. Blöd nur, dass er dafür am Ende auch haftet. Ein Konflikt, der garantiert nicht zur Attraktivität des Berufsstands beiträgt. Dennoch: Kontrolle ist auch im Gesundheitssystem nötig. Aber an der bestehenden muss politisch nachgebessert werden.

Außerdem braucht es Anreize für Ärzte nicht nur in den Zentren Praxen zu eröffnen. In Bielefeld etwa ist es in Vilsendorf oder auch in Sennestadt gar nicht mehr so einfach einen Termin zu bekommen. Fast 22.000 Einwohner aus Sennestadt teilen sich nach Recherchen der Neuen Westfälischen sechs Hausarzt- oder Gemeinschaftspraxen. Nachfolgersuchen verlaufen erfolglos. In ganz Bielefeld können derzeit rund 40 Arztpraxen nicht neu besetzt werden, rechnet die CDU vor. Längere Wege zum Arzt und längere Wartezeiten sind die Folgen.

Die Diagnose ist da - jetzt kommt die Therapie
Die Christdemokraten wollen, dass Bielefeld verstärkt um medizinischen Nachwuchs wirbt. Auch eine finanzielle Förderung sei vorstellbar. Städte und Gemeinden in der Nachbarschaft haben solche Konzepte bereits erarbeitet. Die CDU fordert dieses nun bis September auch für Bielefeld. Der von der SPD angeführte Stadtrat soll einem entsprechendem Beschlussvorschlag am 26.04.2018 zustimmen. Die schwarz gelbe Landesregierung setzt im Kampf gegen den Ärztemangel auch auf eine Landarztquote. Ab dem kommenden Wintersemester sollen zehn Prozent der Medizin-Studienplätze nicht nach Abinote vergeben werden, sondern dann, wenn sich der Bewerber verpflichtet danach in unterversorgten Regionen zu praktizieren. Außerdem soll die Zahl der Medizinstudienplätze insgesamt erhöht werden. Die Schaffung der medizinischen Fakultät an der Bielefelder Uni ist dafür der wichtigste Treiber. Im Wintersemester 2020/2021 soll da die erste Vorlesung stattfinden. Gehofft wird, dass sich ein Klebeeffekt einstellt der Bielefeld und der Region hilft. Wer hier studiert, eröffnet ja vielleicht auch hier seine Praxis.


Der Lückenschluss der A33

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Am Mittwoch dem 04.04.2018 wird ein neues Teilstück der A 33 freigegeben. Jetzt können die Autofahrer die Bahn von Bielefeld bis Steinhagen nutzen. Die Lücke der A33 wird damit 7,9 Kilometer kleiner. Ende 2019 soll sie dann zwischen dem Autobahnkreuz und Borgholzhausen komplett geschlossen sein.

Die unendliche Geschichte

Der kleine Bastian Balthasar Bux entdeckt in einer Buchhandlung ein geheimnisvolles Buch, und findet sich auf einmal in wilden Abenteuern, gefährlichen Aufträgen und grenzenloser Phantasie. Das ist die Unendliche Geschichte im Buch von Michael Ende. Während es Bastian Baltasar Bux mit Schlafmuffen, Gnomen und Glücksdrachen zu tun bekommt, geht es bei der A33 um Hüttendörfer, Fledermäuse und Planfeststellungsverfahren. Aber beginnen wir am Anfang der unendlichen Geschichte.
Schon 1937 wird eine Autobahnverbindung zwischen Osnabrück, Bielefeld und Paderborn angedacht und schriftlich fixiert. Aber erst in den 1960iger Jahren geht es auch in die konkreten Planungen. Während die einen die Autobahn herbeisehnen, zerstört sie für andere ihre Heimat.
Fast 50 verschiedene Varianten für die Strecke werden geprüft. Jede Variante ruft Protest hervor. Zahlreiche Gegner formieren sich und errichten ab den frühen 80er Jahren Hüttendörfer um den Lückenschluss zu verhindern.

Die Hüttendörfer

An immer anderen Orten ziehen die Demonstranten in Bauwagen und Holzbuden ein um sich gegen die Naturzerstörung und die Macht der Wirtschaft aufzulehnen. Immer wieder werden die provisorischen Dörfer von der Polizei geräumt. Gerichte müssen klären, ob die Hüttendörfer rechtens sind, die Räumungen erlaubt und wer die Kosten dafür trägt. Das Katz und Maus Spiel zwischen Demonstranten und Planern zieht sich bis in das Jahr 2005. Die Hüttendörfer und ihre Bewohner verschwinden – jetzt wird klar: Die A 33 Lücke wird zwischen dem Kreuz Bielefeld und Borgholzhausen geschlossen!

Der Lückenschluss in drei Akten

Drei Bauabschnitte sind vorgesehen. Der Bau des ersten Abschnitts zwischen der A 2 und dem Ostwestfalendamm beginnt Mitte 2007. Die Freigabe der A 33 und des neuen Teilstücks des Ostwestfalendamms ist zunächst für 2010 geplant. Die Bodenbeschaffenheit, ein sehr kalter Winter und Kanalbauarbeiten verzögern aber die Fertigstellung. Erst seit Dezember 2012 rollen die Autos zwischen dem Autobahnkreuz Bielefeld und dem OWD. 6,4 Kilometer ist das Teilstück lang.

Jetzt folgt das zweite Teilstück zwischen Bielefeld und Halle bzw. Künsebeck. Der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung steht seit 2007. Eine Klage von neun Anwohnern gegen den Bau wird im August 2009 abgewiesen. Einen Monat später, am 25. September erfolgt der Spatenstich für das knapp 8 Kilometer lange Teilstück. Am 4.4.2018 wird die A 33 zwischen dem Ostwestfalendamm und Künsebeck freigegeben.

Den größten Aufwand betreiben die Planer jedoch für die letzten fehlenden 13 Kilometer zwischen Halle und Borgholzhausen. Die Baukosten betragen rund 140 Millionen Euro. Der 1.184 Seiten starke Planfeststellungsbeschluss von 2011 ist der umfangreichste, der je für eine Autobahn erarbeitet wurde. Das Verfahren um den Beschluss wird 2003 unterbrochen. Ein Hintergrund: Die geschützte Bechsteinfledermaus.

Die Bechsteinfledermaus und der Buchstabe "F"

Benannt ist die Fledermaus nach Johann Matthäus Bechstein, der sich schon im frühen 19. Jahrhundert für einen Schutz der Tiere einsetzt. Die kleine Bechsteinfledermaus wiegt gerade mal zehn Gramm und ist damit so leicht wie ein Brief. Aber beim Bau der A 33 hat sie ein unglaubliches Gewicht. In Tatenhausen bei Halle sorgt sie dafür, dass die Trasse der A 33 verschoben wird. Und auch bei Borgholzhausen ist sie dafür verantwortlich, dass sich der Weiterbau verzögert. In einem Baum in der Nähe der geplanten Trasse wird eine Kolonie von 31 Bechsteinfledermausweibchen gefunden. Das Planfeststellungsverfahren wird unterbrochen und dann das: Eines Tages steht der Baum nicht mehr. Polizei und Staatsschutz schalten sich ein, Umweltschützer sprechen von einer gezielten Tat. Dann stellt sich heraus, der Waldbesitzer hat den Baum gefällt, versehentlich, wie er sagt. Und das, obwohl der Baum mit Flatterband umwickelt und mit einem „F“ gekennzeichnet ist. Dem Mann wird der Prozess gemacht. Vor den Richtern leugnet er nicht, das „F“ gesehen zu haben. Aber nicht nur das Wort „Fledermaus“ beginnt mit F. Auch das Wort „fällen“. Am Ende wird der Landwirt freigesprochen. Die Bezirksregierung gibt im Juni 2011 grünes Licht für den Weiterbau der A 33. Den Naturschützern reichen die Ausgleichsflächen dennoch nicht aus. Sie klagten 2012 vor dem Bundesverwaltungsgericht – allerdings vergeblich.

Und jetzt wird gebuddelt...

Während Naturschützer weiter klagen gründet sich Anfang 2012 das Aktionsbündis „A 33 sofort“ – darin kämpfen Landrat, Kommunen, Unternehmer und Privatleute gemeinsam für den Weiterbau der A 33. Im Dezember 2012 ist es dann soweit: Der damalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer setzt den ersten Spatenstich.
Mit der Eröffnung des 2. Teilstücks am 04.04.2018 rückt der Lückenschluss immer näher. Ende 2019 soll er vollzogen sein. Vielleicht endet sie dann doch, die unendliche Geschichte der A33 zwischen Bielefeld und Borgholzhausen.

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Peter Ramsauer zur Bedeutung der A33
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Fliegt mit uns über die A33 Baustelle im Jahr 2011.

Und am 04. April rollt der Verkehr auf dem neuen Stück der A33. Zumindest stockend. Die ersten Autofahrer trauen sich kaum, die unausgetretenen Pfade zu befahren, entsprechend groß sind die Staus rund um die A33. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet schneiden das Band zur Eröffnung gemeinsam durch und machen damit diesen Mittwoch zu einem fast schon historischen Tag.

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Radio Bielefeld Reporter Holger Höner auf dem neuen Teilstück der A33

Goodbye Tommies - Die British Army verlässt Bielefeld

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Es ist eine Geschichte, die vor über 70 Jahren beginnt. Sie startet mit der Demokratisierung, beinhaltet deutsch-britische Freundschaften, Hochzeiten, gemeinsame Feste, Austauschprogramme, Kneipenschlägereien und endet mit dem Abzug und dem Verkauf von Immobilien.

Die Geschichte der Briten in NRW und Bielefeld

Nach dem Zweiten Weltkriege ziehen die Briten als Sieger in das Rheinland und in Westfalen ein. Sie legen die beiden preußischen Provinzen zusammen und gründen so das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Hier in Ostwestfalen liegt der Anfangs- und auch der Endzeitpunkt der britischen Militärpräsenz in Deutschland. Über 70 Jahre lang gehörten die Briten dazu. 1945 kamen sie als Sieger und Besatzung nach Deutschland. „Es ist unsere vorrangige Aufgabe für Nahrung, Unterkunft und Gesundheit der Bevölkerung zu sorgen“ erklärt der britische Oberbefehlshaber Bernard Law Montgomery. Außerdem weit oben auf dem Aufgabenzettel: Die Entnazifizierung und Demokratisierung der Deutschen. Zuerst gab es ein striktes Verbot für private Kontakte zwischen Briten und Deutschen. Auch deshalb entsteht eine Parallelwelt für die britischen Soldaten und ihre Familien, mit eigenen Schulen, eigenen Freizeiteinrichtungen, eigenen Supermärkten und eigene Kirchen.

Aufhalten lässt sich eine Annäherung dennoch nicht. Zwar ist das Verhältnis zunächst von Skepsis geprägt, nach und nach ergeben sich aber zwangsläufig immer häufiger Kontakte. Und auch nach dem offiziellen Ende der Besatzungszeit 1949 und dem Erlangen der staatlichen Souveränität der Bundesrepublik 1955 bleiben die Briten. Der Hintergrund: Die Politik wird vom Kalten Krieg beherrscht. Aus den Besatzern werden spätestens jetzt Partner – zum Teil auch Freunde. Die Beatles oder die Rolling Stones helfen bei der Verständigung. Die in Deutschland stationierten „Tommys“ nehmen als Teil der NATO ihre Verteidigungsaufgaben gegen den Warschauer Pakt wahr. Nach dem Ende des Kalten Krieges wird 1994 die Rheinarmee (British Army oft he Rhine) zwar aufgelöst, als British Forces Germany werden aber weiter hier stationierte Soldaten auf NATO Einsätze der KFOR oder ISAF geschickt. 2010 gibt die britische Regierung dann allerdings bekannt, dass bis 2020 alle Streitkräfte des Vereinigten Königreichs aus Deutschland abgezogen werden. Organisiert wird der Rückzug aus Bielefeld. Seit 2013 ist Bielefeld deshalb das Hauptquartier der britischen Truppen in Deutschland. Rund 350 Soldaten und Zivilangestellte sind noch in der Stadt stationiert.

Was passiert mit den Häusern der Briten?

Zwei große Kasernen und 468 Häuser bzw. Wohnungen hinterlassen die Briten nach dem Abzug ihrer Streitkräfte in Bielefeld, verteilt auf sieben Standorte. Die Kasernen sind an der Detmolder- und Oldentruper Straße. Die Wohnhäuser stehen in Mitte, Stieghorst, Heepen und Brackwede. In Sieker an der Sperberstraße sind die ersten Reihen und Doppelhäuser auch bereits leer. Der Wert der Immobilien wird nun von der Stadt geprüft, die ein Ersthandlungsrecht hat. Das Ersthandlungsrecht besagt, dass die Stadt entscheiden darf, ob sie die Immobilien selbst übernimmt, an eine ihrer Wohnungsgesellschaften übergibt oder frei verkaufen will. Klar ist: Die Immobilien stammen aus den 50er Jahren, wurden zwar zwischenzeitlich renoviert, müssen aber saniert werden. Dann könnten sie für individuelles Wohnen, sozialen Wohnungsbau oder auch für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden. Die Nutzung entscheidet dabei auch über den Preis. Diesen verhandelt die Stadt nicht mit den Briten direkt. Ansprechpartner dafür ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Und auch wenn die spätere Nutzung noch nicht feststeht, viele Bielefelder hoffen dann günstig an Eigentum zu kommen. Als Beispiel kann Herford dienen. Dort wurden 2017 60 Doppel- und zwölf Einfamilienhäuser auf den Markt gegeben. 95 bis 120 Quadratmeter groß, zwischen 125.000 und 150.000 € teuer.

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Christina Scheuer hat die Familie Plöger in Herford besucht, die dort 2016 ein ehemaliges Haus der Briten gekauft hat. Ob sich der Kauf gelohnt hat, hört ihr hier!

Wie schnell surft Bielefeld?

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Jetzt kommt das Highspeed Netz auch zu Ihnen nach Hause! Die Fördermillionen für den Breitbandausbau fließen! Mit Glasfaser gibt’s mehr Tempo beim Surfen! Aktuell überschlagen sich die Schlagzeilen zum schnellen Internet – allerdings scheint es in vielen Bielefelder Haushalten nur langsam anzukommen.

Immer wieder haben uns Rückmeldungen erreicht, dass lange Zeiten am heimischen Rechner eher die Gewohnheit und nicht die Ausnahme sind. Deshalb haben wir angefangen zu recherchieren und die Antwort bekommen, 80% in Bielefeld sei schon mit schnellem Internet versorgt. Diese Aussage war dann aber mit einem Sternchen versehen. Quasi im Kleingedruckten wurde schnell klar: Das ist ein theoretischer Wert. Ganz praktisch liegen zwar einige Highspeed-Kabel für schnelles Netz unter der Erde. Spätestens vom letzten Verteilerkasten in die Häuser sind dann aber oft noch langsame Kupferkabel verlegt. Und deshalb kommt dann bei uns zu Hause das Highspeed Netz noch nicht aus der Dose geschossen. Aber was kommt denn praktisch an?

Wie schnell surft Bielefeld?

Um uns einer Antwort zu nähern haben wir den Test gemacht. Mehrere hundert Radio Bielefeld Hörer haben sich dafür zwischen dem 22.02. und 26.02.2018 an der Umfrage „Wie schnell surft Bielefeld?“ beteiligt. Dafür haben sie über radiobielefeld.de ihre Downloadgeschwindigkeit gemessen und an uns übermittelt. Wir danken allen für die Teilnahme!

Heraus kam folgendes Ergebnis:

Alle Bielefelder, die an der Umfrage teilgenommen haben, surfen im Schnitt mit einer Geschwindigkeit von 23,6 Mbit/s. Wobei die Unterschiede teils recht deutlich sind. Einige sind rasend schnell mit weit über 100 Mbit/s unterwegs, aber auch Schneckentempo von unter 1 Mbit/s kommt vor. Das kann an der genauen Lage, unterschiedlichen Verträgen mit den Telekommunikationsanbietern oder auch an verschiedener Hardware liegen. Außerdem ist eine möglichst optimale Installation auch wichtig für die Surfgeschwindigkeit.

Wer braucht eigentlich was?

Gelegenheitssurfer kommen mit 16 Mbit/s gut aus. Damit lassen sich problemlos Internetseiten wie radiobielefeld.de aufrufen, E-Mails checken und die Bankdaten im Blick behalten. Auch das Smartphone kann im besten Fall noch ins heimische WLan eingeloggt werden um z.B. Facebook zu nutzen.

Fernsehsurfer brauchen mehr. Wer seine Lieblingsfernsehserie über die Medaitheken der Sender oder einen Anbieter wie Netflix oder Maxdome streamt, der will kein ruckelndes Bild. Theoretisch würde ein 16 Mbit/s Anschluss noch reichen, praktisch gibt es dann aber lange Wartezeiten und vor allem bei HD Videos auch Abbrüche. Hier sind 30 Mbit/s empfehlenswert.

Familien brauchen oft 50 Mbit/s. Normales Fernsehen wird von Jugendlichen fast gar nicht mehr genutzt. Youtube steht ganz oben auf der Liste. Zeitglich wollen die Eltern ihre Lieblingsserie bei Amazon schauen. Da droht bei einer langsamen Leitung schnell Streit. Und wenn dann noch die Playstation 4 oder eine andere online vernetzte Konsole angeschmissen wird…

Internet Einwohner leben quasi in der Cloud. Immer online. Jede freie Minute wird am Smartphone oder Tablet verbracht. Alle Daten, Fotos und Videos sind ständig und überall verfügbar. Einen klassischen Fernsehzugang sucht man vergebens. Trotzdem flimmern immer die neusten Filme in bester Auflösung über den Smart TV. Spätestens wenn zwei intensiv-Nutzer zusammenziehen braucht es eine 100 Mbit/s Verbindung damit nichts ruckelt.

Welche Geschwindigkeiten werden im Bielefelder Stadtgebiet erreicht?

In Mitte und Schildesche surfen die Bielefelder im Schnitt mit einer Geschwindigkeit von 27,6 MBit/s. In Senne sind die Computer mit 22 Mbit/s unterwegs. In Brackwede und Gadderbaum schaffen die Computer im Schnitt 19,1 MBit/s. Heepen liegt bei gerade mal 12,7 Mbit/s und dabei ist es fast egal ob der Anschluss in Brake, Altenhagen, Milse oder in Heepen-City liegt. Die Ortsteile unterscheiden sich kaum.
Ganz anders im Stadtteil Stieghorst. Hier gibt es große Unterschiede. Wer sein Internet stadtnah und entlang der Detmolder Straße im Ortsteil Sieker angeschlossen hat, gehört im Schnitt mit 44,5 Mbit/s zu den schnellsten Surfern in Bielefeld und auch im Ortsteil Hillegossen gibt es mit 39,4 Mbit/s keine langen Wartezeiten am Rechner. Nur wenige Straßen weiter kann das aber schon anders aussehen. In Ubbedissen haben wir mit 6,3 Mbit/s einen sehr langsamen Durchschnittswert ermittelt.
Unterschiede gibt es auch im Stadtteil Dornberg. Hier sind vor allem die Einwohner in Hoberge flott im Netz unterwegs, mit 44 Mbit/s. Die übrigen Dornberger zählen zwischen Kirchdornberg, Deppendorf und Schröttinghausen mit nur 5,2 Mbit/s zu den langsamsten Internetsurfern der Stadt.
Im Stadtteil Jöllenbeck sieht die Versorgung mit durchschnittlichen 39,1 Mbit/s vergleichsweise gut aus. In Sennestadt ist mit 9,1 Mbit/s kein schnelles Internet vorhanden.

Tipps und Tricks unserer Hörer für mehr Speed im Netz

Einige Teilnehmer unserer Umfrage haben uns Ihre Besonderheiten zum Internetanschluss mitgeteilt. Dabei fällt auf, dass Unitymedia-Kunden im Schnitt schneller im Internet unterwegs sind. Unitymedia nutzt den Kabelanschluss für die Leitung ins Netz. Allerdings ist diese Anschlussart, genau wie der Fernsehempfang über Kabel, nicht flächendeckend verfügbar. Außerdem berichten auffallend viele Unitymedia Kunden auch über Teils lange Wartezeiten, wenn es zu Problemen mit der Internetversorgung kommt.

Andere Teilnehmer nutzen sogenannte Hybridanschlüsse der Telekom um ihre Surfgeschwindigkeit zu verbessern. Hybrid bedeutet, dass nicht nur der reguläre DSL-Anschluss mit einem Kabel in der Erde, sondern zusätzlich und bei Bedarf die LTE-Funktechnik genutzt wird. LTE kennt man von der mobilen Nutzung etwa auf dem Smartphone. Damit diese Technik einen Gewinn bringt, muss allerdings auch die Funktechnik entsprechend empfangbar sein. Zudem ist diese von äußeren Faktoren abhängig. Uns wurden zum Teil stärkere Schwankungen gemeldet.

Was sonst noch Geschwindigkeit bringen kann:

- Den Router neustarten. Bei einigen Bielefeldern hat das geholfen. Meist hatten die aber vorher auch schon mal schnelleres Netz.
- Die Einstellungen für Antivirenprogramme oder die Firewall überprüfen.
- Auf das WLan verzichten und das Kabel nutzen. Nicht immer praktisch, hilft aber bei Problemen mit Soft- oder Hardware.
- Und natürlich kann es immer auch helfen den eigenen Anbieter zu kontaktieren. Der kann Ihnen weitere Praxistipps für Ihren Anschluss geben.

Wie geht der Breitbandausbau in Bielefeld weiter?

Knapp 16 Millionen Euro an Fördergeldern von Bund und Land stehen für das Verlegen von schnellen Glasfaserkabeln bereit. Aber erst im Sommer soll die Entscheidung fallen, welcher Anbieter davon etwas bekommt. Frühestens im Herbst könnten deshalb die ersten subventionierten Glasfaserkabel in Bielefeld verlegt werden. Neben rund 60 Schulen sollen dann zunächst die Randbezirke profitieren. Dort, wo für die nächsten drei Jahre eigentlich kein Ausbau geplant war. Die Fördersubventionen in Millionenhöhe sollen die privaten Netzanbieter motivieren, auch dort zu investieren, wo es wirtschaftlich nicht so lukrativ erscheint. Unabhängig vom Förderprogramm haben die Stadtwerke Bielefeld bereits angekündigt, in den nächsten zehn Jahren rund 260 Millionen Euro in ihr Glasfasernetz zu investieren. Und auch die Telekom baut aus, in Bielefeld vor allem im Gewerbebereich.


Bahnbrücken werden saniert - Autofahrern drohen lange Staus

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Bielefeld – die freundliche Baustelle am Teutoburger Wald! Der alte Spruch wird ab Mitte Februar wieder aktuell. Ob aber wirklich alle freundlich bleiben, wenn für rund 20 Monate der Verkehr noch mehr strapaziert wird, als sowieso schon gewohnt, bleibt abzuwarten. Die Sanierung von drei Eisenbahnbrücken steht an. Konkret geht es um die Brücken Von-der-Recke-Straße, Schildescher Straße und Schiller Straße.

Los geht es am 19. Februar
Den Anfang macht die Von-der-Recke-Straße. Die Verbindung zwischen Alfred-Bozi Straße und Wertherstraße gegenüber des Kunsthallen Park. Als erstes gibt es vorbereitende Maßnahmen. Dafür wird am 19. Februar die Wertherstraße zwischen Kisker- und Dornberger Straße voll gesperrt. Der Verkehr weicht über die Stapenhorststraße aus. Ab Mitte März folgt dann die Sperrung der Von-der-Recke-Straße selbst. Dann wird auch das „Johannistal“ zur Umleitung für den Verkehr in und aus der Stadt. Da sowohl die Stapenhorststraße als auch das Johannistal auch ohne Umleitungsverkehr zur Rush Hour oft verstopfen, sind lange Staus vorprogrammiert. Außerdem fallen auch die Parkplätze unter dem Ostwestfalendamm weg. Die Maschinen der Bauarbeiter brauchen den Platz.

Nicht nur Autofahrer sind betroffen
Im Zuge der Sperrungen kommen auch Fußgänger und Radfahrer nicht mehr durch. Gleiches gilt für Busse. Diese werden auf andere Strecken umgeleitet. Die Verkehrsbetriebe moBiel informieren ihre Fahrgäste. Vereinzelt kommt es auch zu Gleissperrungen bei der Deutschen Bahn. In einem ersten Schritt wird das aber vor allem Güter- und Abstellgleise betreffen, spätestens ab März 2019 dann aber auch Personenzüge. Umleitungen und Schienenersatzverkehr werden noch geplant und mit den Verkehrsbetrieben moBiel abgestimmt.

Schildesche wird Staus nicht los
Spätestens ab Mitte Mai folgen dann auch die Sanierungsarbeiten an der Schildescher Straße. Problem: Die Nerven der Pendler in dem Bereich sind bereits strapaziert. Derzeit wird noch an der Beckhausstraße gebuddelt. Diese Baustelle wird bis zum Start der Brückenarbeiten beseitigt sein, heißt es von der Stadt. An der Schillerstraße geht es im Juni los. Dann werden auch an den beiden anderen Brücken die Vorarbeiten fertig sein und die eigentlichen Sanierungen beginnen.

Auch andere Arbeiten müssen erledigt werden
Zu den Arbeiten an den Bahnbrücken kommen die Straßenarbeiten, die von der Stadt Bielefeld geplant sind. An der Bleichstraße wird noch dieses Jahr zwischen Eckernkamp und Feldstraße gebuddelt, in den Sommerferien auf der Herforder Straße zwischen Feld- und Finkenstraße. Die Sanierungen an der Heeperstraße und der Voltmannstraße laufen und an der Paulusstraße wird ab Sommer gebaut. Und das sind nur die größeren Maßnahmen.

Optimistischer Zeitplan
Im Oktober 2019 sollen die neuen Bahnbrücken übrigens fertig sein. Allerdings halten selbst die Organisatoren bei der Deutschen Bahn diesen Zeitplan schon jetzt für ambitioniert. Verzögerungen sind also nicht ausgeschlossen.


Flüchtlingscontainer in Brake haben bald ausgedient

Weil sich die Flüchtlingssituation in Bielefeld weiter entspannt, will die Stadt die Wohncontainer in Brake in absehbarer Zeit aufgeben. Die Unterkünfte an der Herforder Straße sollen dann abgebaut werden. Ob es eine alternative Nutzung für die Container gibt, ist noch offen.

Aktuell leben in Bielefeld insgesamt noch 530 Menschen in Übergangswohnheimen - in Brake sind es 30. Sobald die Stadt für diese andere Unterkünfte gefunden hat, sollen die Container weichen. Einen genauen Zeitplan gibt es nach Informationen von Sozialdezernent Ingo Nürnberger noch nicht. Wegen der Kläranlage in unmittelbarer Nähe, besteht für die Fläche aber eine baurechtliche Ausnahmegenehmigung. Dieses läuft in der ersten Hälfte 2019 aus.

Die Wohncontainer als Backup zu behalten, macht laut Stadt wegen ausreichender Kapazitäten keinen Sinn. Sie anderweitig zu nutzen ist laut Stadt aus technischen Gründen schwierig. Interessenten können sich aber melden. Sollte sich niemand finden, werden die Container voraussichtlich verschrottet. Wegen der entspannten Gesamtsituation denke die Stadt darüber nach, auch andere Unterkünfte zu schließen.

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Im Interview: Sozialdezernet Ingo Nürnberger

Sturm "Friederike" trifft Bielefeld

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Auf den Tag genau elf Jahre nach dem Sturm "Kyrill" fegt am 18. Januar 2018 "Friederike" über Bielefeld hinweg. In Böen erreicht der Sturm Geschwindigkeiten bis 130 km/h. Laufend gehen Anrufe bei der Bielefelder Feuerwehr ein. Diese ist mit 450 Leuten im Einsatz. Hunderte Bäume stürzen um, Dachziegel fallen herunter, es gibt Verletzte. Der Bahnverkehr wird komplett eingestellt, in Bielefeld schließen die Finanzämter und in Lämershagen fällt der Strom aus.

Die wichtigsten Ereignisse im Überblick

Bereits am Morgen bittet der Umweltbetrieb die Bielefelder wegen erwarteter Orkanschäden Waldgebiete, den Tierpark Olderdissen und andere Grünanlagen zu meiden. Diese Warnung gilt auch für die kommenden Tage. Die Schulen öffnen. Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zu Hause lassen. Die Bodelschwinghschule entscheidet am Vormittag alle Schüler nach Hause zu schicken. Die Bahn stellt zunächst NRW-weit den Regional- und Fernverkehr ein.

In Bielefeld stürzen gegen 11:15 Uhr die ersten Bäume um. An der Universität gibt es Störungen in der Stromzufuhr, am Mittag wird das Licht abgestellt. Ziegel fliegen vom Dach des Alten Rathauses. Busse und Straßenbahnen haben Verspätungen und müssen zum Teil ihre Fahrten unterbrechen. An der Buschkampstraße stürzt ein Baum auf ein Auto, ein Insasse wird lebensgefährlich verletzt.

Um 13:30 stürzen an der Herforder Straße 250 Quadratmeter Dach auf die Straße. Auch das Dach der Rossmann-Filiale in Jöllenbeck hält nicht Stand. In Lämershagen, rund um Peter auf’m Berge und auch in Werther und Steinhagen kommt es ab 15:00 Uhr aufgrund von heruntergerissenen Leitungen zu Stromausfällen. Die Stadtwerke warnen davor, sich diesen Leitungen zu nähern. Es besteht Lebensgefahr.

Gegen 16 Uhr nimmt der Sturm langsam ab. Bielefelds Feuerwehrchef Rainer Kleibrink zieht im Radio Bielefeld Interview ein erstes Zwischenfazit und vergleicht „Friederike“ mit dem Jahrhundertsturm „Kyrill“.

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Feuerwehrchef Rainer Kleibrink im Radio Bielefeld Interview mit Bettina Wittemeier

Der Tag nach dem Sturm

"Friederike" hat am 18. Januar für 450 Feuerwehr- und 230 Polizeieinsätze gesorgt. In ganz Bielefeld wurden viele Häuser beschädigt, Dachpfannen fielen hinab oder Zäune wurden von Orkanböen umgerissen. Außerdem stürzten über 1.000 Bäume um. Ein Mann schwebt weiter in Lebensgefahr nachdem sein Auto getroffen wurde. Es wird weiter davor gewarnt in Waldgebiete zu gehen. Die Aufräumarbeiten dauern an. Die Osningstraße bleibt über das kommende Wochenende gesperrt.

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Radio Bielefeld Reporterin Bettina Wittemeier hat die Aufräumarbeiten beobachtet

Das Bündnis OWL - Die Riesenchance für Armina

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Der Jahreswechsel 2017/2018 ist für alle Arminen ein turbulenter. Rund um die Weihnachtstage werden die massiven Finanzprobleme des Clubs öffentlich. Der DSC steht wieder einmal vor einem Scherbenhaufen. Die Schulden erdrückend, die finanziellen Planungen verfehlt und die Zukunft in Gefahr. Wieder einmal müssen die Sponsoren helfen. Wieder einmal müssen auch öffentliche Gelder zur Sanierung her. Das Bündnis OWL formiert sich - Die nächste große Chance für Arminia Bielefeld.

Wenn das Sanierungskonzept greift, ist der DSC von jetzt auf gleich den Großteil seiner Schulden los. Möglich wird das, weil mehrere OWL Unternehmen Kapital bereitstellen. Allen voran der Modefabrikant und langjährige Geldgeber Gerry Weber aber auch Dr. Oetker, Trikotsponsor Schüco, die Unternehmensgruppe JAB Anstoetz oder die Gauselmann-Gruppe. Arminia Geschäftsführer Markus Rejek stellt das Konzept am 17. Januar vor.

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Markus Rejek im Interview mit Radio Bielefeld Arminia Experte Ulrich Zwetz

Die Chronologie der Ereignisse

Die Krise startet: Meinke muss gehen!
Am 19. Dezember fällt beim DSC die Fassade einer besinnlichen Vorweihnachtszeit. Zunächst intern, denn allein eine Eintragung im Handelsregister beim Amtsgericht Bielefeld dokumentiert was da noch kommen soll: Gerrit Meinke war als Geschäftsführer der ALM KG entlassen worden. Erst nach den Weihnachtstagen am 28. Dezember wird dieser Schritt in einer knappen Meldung auf der DSC-Homepage kommuniziert.

Die Zukunft verkauft
Arminias Präsident Hans Jürgen Laufer lässt erst auf Anfragen durchblicken, dass die ALM KG gescheitert ist. Eigentlich sollten mit ihr Geldgeber ihre Darlehen in Stadionanteile umwandeln. Das Interesse an diesem Geschäftsmodell kann jedoch nicht geweckt werden. Der Verein samt Aufsichtsrat hat sich jedoch genau darauf zu sehr verlassen. Verbindlichkeiten in vermuteter Höhe von gut 22 Millionen Euro und eine aktuelle Etatunterdeckung von 5,8 Millionen werden öffentlich diskutiert und drohen zu Lizenzproblemen zu werden. Zu sehr hat Arminia in der Vergangenheit bei der Finanzierung der Gegenwart auch immer ein Stück Zukunft verkauft. Der Kollaps sei deshalb vorhersehbar gewesen, betont der seit September für die Finanzen der Profifußballer zuständige Markus Rejek. Er zeigt sich offen überrascht, nachdem er das ganze Ausmaß der Schuldensituation überblicken kann.

Das Bündnis formiert sich
Für die Fans ist das alles einmal mehr ein schwerer Schlag. Gerade jetzt, wo es unter Trainer Jeff Saibene sportlich gut läuft. Aber Arminia Bielefeld ist bekanntlich stur, hartnäckig und kämpferisch und so gibt es auch schnell Hoffnung, dass die Krise zur Chance werden kann. Das „Bündnis Ostwestfalen“ formiert sich um den DSC zu retten. Unternehmer der Region wollen einen Schuldenschnitt erreichen. Die Gläubiger sollen auf den Großteil ihrer Forderungen an den Verein verzichten. Bis zu 80% der Schulden könnten Arminia so erlassen werden. Allerdings sind darunter auch öffentliche Gelder. Das Land bürgt noch mit 9,7 Millionen Euro für Stadionkredite, die Stadt mit 364.000 Euro. Außerdem soll ein Rettungsschirm her. Finanzmittel, die nicht nur die Fehler der Vergangenheit ausbügeln sondern Zukunft ermöglichen. Diese Geldspritze soll etwa 12 Millionen Euro schwer sein. Ein erster Erfolg des „Bündnis Ostwestfalen“: Am 15. Januar bestätigt DSC Präsident Laufer im Radio Bielefeld Interview, dass der Verein alle Lizenzunterlagen eingereicht habe. Der DFB befindet diese wenige Tage später als ausreichend.

Die Retter
In einer Vereinsmeldung heißt es : "Unter dem Arbeitstitel „Bündnis Ostwestfalen“ ist es dank der Hilfe der Unternehmen Dr. August Oetker KG, der Böllhoff Gruppe, JAB JOSEF ANSTOETZ KG, Gauselmann AG, Lagardère Sports Germany GmbH, MöllerGroup, Schüco International KG, Goldbeck GmbH, Krombacher Brauerei GmbH & Co. KG, DMG MORI AG sowie der Stockmeier Holding GmbH darüber hinaus gelungen, die Arminia-Gruppe mit neuen finanziellen Mitteln weiter zu stärken. Auch das Unternehmen Gerry Weber sowie insbesondere Herr Gerhard Weber, der über viele Jahre Arminia Bielefeld immer wieder tatkräftig unterstützt hat, nimmt in dieser Konstellation eine besondere Rolle ein."

Stadion zu verkaufen!
Am 17. Januar gibt der Verein in einer Pressekonferenz weitere Einzelheiten der Kernsanierung bekannt. Dabei bestätigte Markus Rejek wie kritisch die Situation vor Weihnachten wirklich war. So drohte zum Jahresende die Zahlungsunfähigkeit. Nur durch das Bündnis konnte diese verhindert werden. Zur Schuldenbereinigung müssen nun weitere Schritte folgen. Dazu zählt ein Verkauf des Stadions unter den Bedingungen, ein Rückkaufsrecht zu bekommen und eine Vereinbarung über wettbewerbsfähige Bedingungen für die Nutzung zu erzielen. Bis Ende Juni soll der Verkauf möglichst abgeschlossen sein.

Abschließend spricht die Vereinsführung von Aufbruchstimmung und einem Neustart. Markus Rejek gibt das Ziel aus, in fünf Jahren schuldenfrei zu sein. Ab sofort gelte für jeden Mitarbeiter der Arminia Vertrauen zurückzuzahlen. DSC Präsident Laufer ergänzt: "Wir haben unsere Seele gerettet. Ich hoffe, für immer."

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Letzte Meldung: 22.10. - 07:23 Uhr

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