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Bettina Wittemeier
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Radio Bielefeld Nachrichten

Ackermann: In Gelb warmgefahren für die große EM-Chance

Kittel, Greipel, Degenkolb: Diese drei Sprinter standen jahrelang für große Siege im deutschen Radsport. Nun beginnt die Zeit von Pascal Ackermann.

Sprint-Ass

Alkmaar (dpa) - Die Höhepunkte wollen für Radstar Pascal Ackermann im Jahr 2019 gar nicht mehr enden.

Am Maifeiertag erfüllte sich der 25 Jahre alte Profi einen Kindheitstraum, als er bei seinem Heimrennen Frankfurt-Eschborn erstmals siegte. Wenige Tage später trat Ackermann erstmals beim Giro d`Italia an und gewann auch dort noch zwei Etappen sowie die Punktewertung. Der Pfälzer ist auf dem Sprung in die absolute Weltelite der Sprinter und kann an diesem Wochenende für einen weiteren Meilenstein in seiner noch jungen Karriere sorgen: den Europameister-Titel.

Bei der Titelkämpfen im niederländischen Alkmaar zählt Ackermann im Straßenrennen zum engsten Favoritenkreis. «Ich denke, dass jeder gesehen hat, dass ich zu den besten Sprintern gehöre und jeden schlagen kann», sagte der Profi vom Team Bora-hansgrohe der Deutschen Presse-Agentur. Der 11,5 Kilometer lange und weitgehend flache  Rundkurs dürfte Deutschlands neuer Sprinter-Hoffnung am Sonntag (11.30 Uhr) extrem entgegenkommen.

Dementsprechend ist das Team des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) voll auf Kapitän Ackermann ausgelegt. Die Helfer Andreas Schillinger,  Michael Schwarzmann und Rüdiger Selig fahren nicht nur in der deutschen Equipe, sondern auch bei Bora-hansgrohe an der Seite von Ackermann. «Wir rechnen uns mit dieser Mannschaft einiges aus. Ackermann zählt zu den Top-Favoriten auf den Titel», sagte BDR-Vizepräsident Erik Weispfennig.

Gemeinsam mit dem Tour-Vierten Emanuel Buchmann und Klassikerfahrer Maximilian Schachmann (beide Bora-hansgrohe) hat Ackermann in diesem Jahr endgültig den Generationenwechsel im deutschen Radsport vollzogen. Während die Routiniers um Tony Martin (keine Freigabe vom Team), Marcel Kittel (persönliche Auszeit) und dem zuletzt formschwachen Andre Greipel in Alkmaar allesamt fehlen, soll Shooting-Star Ackermann im Finale von Alkmaar nach 172,6 Kilometern für den goldenen Schlusspunkt der EM sorgen.

Die Vorzeichen für den nächsten Sieg des 1,84 Meter großen Sprinters sind bestens. Im Gegensatz zu vielen Rivalen hat Ackermann nicht die 3400 Kilometer lange Tortur bei der Tour de France in den Beinen, stattdessen überzeugte er mit Einzelsiegen bei kleineren Rundfahrten in Slowenien und Polen. 

Bei der vom Todesfall des Belgiers Bjorg Lambrecht überschatteten Polen-Rundfahrt trug er sogar bis zur vorletzten Etappe das Gelbe  Trikot des Gesamtführenden. Das von der Tour so berühmte «Maillot Jaune» tauscht Ackermann an diesem Wochenende aber gerne ein: gegen das weiß-blaue Europameister-Jersey mit goldenen Sternen, das der Deutsche zukünftig gerne tragen würde.