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Roxane Brockschnieder
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Radio Bielefeld Nachrichten

Hindernisläuferin Krause holt WM-Bronze und Rekord

Hindernisläuferin Gesa Krause hat den Bann gebrochen.

Titelkämpfe in Doha

Doha (dpa) - Mit Taktik, Mut und Cleverness hat Gesa Krause über 3000 Meter Hindernis Bronze erkämpft und den deutschen Leichtathleten die erste Medaille bei den Weltmeisterschaften in Doha beschert.

Die 27 Jahre alte Europameisterin vom Verein Silvesterlauf Trier wurde am Montagabend in einem spannenden Finale in deutscher Rekordzeit von 9:03,30 Minuten wie schon 2015 in Peking Dritte.

Als im Khalifa-Stadion die Post abging, blieb Krause dran und musste sich am Ende nur der Kenianerin Beatrice Chepkoech (8:57,84 Minuten) und der Amerikanerin Emma Coburn (9:02,35) geschlagen geben. Ihren erst einen Monat alten deutschen Rekord verbesserte Krause um fast vier Sekunden. «Ich habe alle aus mir herausgeholt», sagte sie im ZDF. «Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Ich habe davon geträumt, ich wollte es unbedingt.»

Am vierten Wettkampftag kam Hochspringerin Imke Onnen aus Hannover im Finale über 1,89 Meter und Platz neun nicht hinaus - fünf Zentimeter fehlten zur persönlichen Bestleistung. Dagegen greift Speerwurf-Europameisterin Christin Hussong auch in Doha nach einer Medaille. In der Qualifikation war sie die Zweitbeste, nach nur einem Versuch von 65,29 Metern konnte Hussong aufhören und Kräfte sparen. Die 25-Jährige aus Zweibrücken - als Nummer fünf der Welt angereist - erwartet am Dienstag (20.20 Uhr MESZ) ein spannendes Finale mit rund einem halben Dutzend Gold-Kandidatinnen.

«Es gibt mir Selbstbewusstsein, doch die 65 Meter bedeuten im Finale gar nichts», sagte Hussong. Die früheren Speer-Asse Christina Obergföll und Linda Stahl haben ihr Glück gewünscht; das habe sie sehr gefreut. «Ich war jung und habe damals zu ihnen hochgeschaut.»

Die deutschen Sprinterinnen Tatjana Pinto, Lisa Marie Kwayie und Jessica-Bianca Wessolly aus Mannheim stehen über 200 Meter im Halbfinale. Die Paderbornerin Pinto verbesserte im Vorlauf ihre persönliche Bestzeit auf 22,63 Sekunden. Auch die Berlinerin Kwayie lief in 22,77 Sekunden schneller als jemals zuvor.

Unterdessen hält die Kritik an den klimatischen Bedingungen in Doha weiter an. Äthiopiens früherer Wunderläufer Haile Gebrselassie sieht die Marathonrennen bei der Leichtathletik-WM sogar als lebensgefährlich an. Deshalb hätten die Titelkämpfe nie an Katars Hauptstadt vergeben werden dürfen. «Gott bewahre, aber Menschen, die bei solchen Wetterbedingungen laufen, hätten sterben können», sagte der 46-Jährige am Montag der Nachrichtenagentur AP.

«Es war ein Fehler, die Weltmeisterschaften bei solch heißem Wetter in Doha auszutragen, besonders das Marathonrennen. Als jemand, der so lange in diesem Sport aktiv war, finde ich das inakzeptabel», meinte der mehrmalige Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler.